Daten retten
Festplatten sind zwar im Allgemeinen recht zuverlässige Geräte, doch wie alle anderen Elektronikbauteile sind auch sie nicht gegen Ausfälle oder kleinere Defekte immun. In diesen Fällen kommt es darauf an, wie stark die Schäden an der
Festplatte ausfallen, um festzustellen, ob noch Daten gerettet werden können – und wenn ja, wie viele es sind und wie aufwendig die gesamte Prozedur ausfällt. Wie diese
Datenrettung im Detail aussieht und warum der Anwender selbst davon häufig die Finger lassen sollte, klärt der folgende Artikel.
Die verschiedenen Varianten des Datenverlusts Daten können auf die unterschiedlichsten Arten verloren gehen. Anfangen kann dies bei leichten Software-Fehlern, die normalerweise sogar schon vom Betriebssystem selbst repariert werden können. Fehlerhafte Sektoren oder ähnliche Ausfälle sind für den Anwender meist nicht weiter schlimm, da dies nur auf Mängel im
Dateisystem hindeutet, welche schnell wieder ausgebügelt werden können und die auch keine bleibenden Schäden hinterlassen. Unter Windows und dem Dateisystem NTFS, welches das ältere FAT32 inzwischen mehr oder weniger komplett verdrängt hat, treten diese Fehler außerdem nur noch sehr selten auf.
Falls Daten – aus welchem Grund auch immer – verschwinden beziehungsweise nicht mehr nutzbar sind, greifen viele Anwender zuerst zu diversen Software-Tools, die meist von Fachmagazinen empfohlen werden oder im Internet durch diverse Technikforen zu ihrem Ruhm gekommen sind. Im Prinzip ist das natürlich nicht verkehrt, allerdings muss hier deutlich zwischen den Arten des Defekts der Festplatte unterschieden werden. Kleinere Software-Fehler können mit diesen Programmen wie gesagt durchaus aus der Welt geschaffen werden. Auch Daten, die komplett gelöscht sind und auch nicht mehr im Papierkorb auffindbar sind, können mit diesen Tools häufig „wiederhergestellt“ werden (eine echte
Datenwiederherstellung nehmen diese
Programme nicht vor, doch eine genaue Erklärung würde den Rahmen hier leider sprengen). Anders sieht es jedoch aus, wenn ein
Hardware-Defekt vorliegt – und das ist in den meisten schweren Fällen gegeben.
Daten retten bei defekter Festplatte – kann ich das nicht auch selbst?
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Falls die Technik der Festplatte selbst beschädigt ist, wird mit dem Einsatz der erwähnten Programme unter Umständen alles nur noch schlimmer gemacht. Um zu verstehen, warum das so ist, wird an dieser Stelle einer der häufigsten Defekte etwas genauer erklärt: der sogenannte
Headcrash.
Bei einem Headcrash kommt der Schreib-/
Lesekopf, welcher seinem Namen entsprechend für das Schreiben und Lesen von Daten verantwortlich ist, mit den Magnetscheiben im Inneren des Festplattengehäuses in Kontakt. Auf diesen Scheiben werden alle Daten gespeichert, auf die der Anwender Zugriff hat. Auf der Fläche eines Fingernagels können dort, je nach Modell und Kapazität, Dutzende Gigabyte von Daten gespeichert werden. Diese Scheiben rotieren mit einer sehr hohen Geschwindigkeit, damit der Kopf jede Stelle problemlos erreichen kann – womit die Funktionsweise ein wenig an einen Schallplattenspieler erinnert. Im Gegensatz zu dieser Schallplatte mögen es die Magnetscheiben jedoch überhaupt nicht, wenn der Schreib-/Lesekopf in direkten Kontakt mit ihnen kommt. Am häufigsten wird dieses Szenario durch schwere Erschütterungen hervorgerufen, während der PCI oder genauer gesagt die Festplatte in Betrieb ist. Die Folge ist der erwähnte Headcrash. Dabei hinterlässt der Kopf tiefe Kratzer auf der empfindlichen Schicht der Scheiben. Die Daten, die dort gespeichert waren, sind für den Anwender vorerst meist nicht mehr nutzbar, unter Umständen sogar nicht wiederherstellbar – der erste Versuch der Datenrettung kann hier besonders entscheidend dafür sein, ob die Daten gerettet werden können. Genau an diesem Punkt machen viele Benutzer den ersten Fehler.
Warum Software bei Hardware Defekten keine Hilfe ist
Auch nach einem Headcrash ist eine Festplatte in vielen Fällen nämlich noch benutzbar. Sie arbeitet zwar sehr langsam und emittiert ein deutlich hörbares Schleifgeräusch – dies ist der Kopf, der auf die Scheiben auftrifft und ein unverkennbares Geräusch hervorruft -, aber in einigen Fällen ist ein Booten dennoch möglich. Dann versuchen risikoverliebte Nutzer, wichtige Daten noch schnell auf einen anderen Datenträger zu transferieren oder die oben erwähnten Programme einzusetzen, um irgendwie doch noch etwas zu retten. Das ist jedoch der völlig falsche Ansatz. Jede Sekunde, die die Festplatte im Einsatz ist, werden weitere Daten vernichtet und die Arbeit der Profis bei den Datenrettungsunternehmen erschwert. Die einzig sinnvolle Handlung in diesen Fällen ist ein sofortiges Abschalten des Computers. Ein Headcrash ist gefährlich, aber im Allgemeinen gelingt es einem Datenwiederherstellungsunternehmen, auch diese Daten zu retten. Das muss jedoch nicht der Fall sein, wenn der Anwender seine Festplatte weiter in Betrieb hält und die Schäden auf diese Weise maximiert. Programme für die Datenrettung – und seien sie auch noch so gut – können in diesen Fällen gar nichts ausrichten.
Welche Daten kann man selbst retten?
Es ist sowohl für den Privatanwender als auch Unternehmen nicht möglich, mechanisch oder elektronisch beschädigte Festplatten im Selbstversuch wieder einsatzbereit zu bekommen. Es ist dringend empfehlenswert, die Arbeit einem
Datenretter zu überlassen. Für uns gehören die Fälle der defekten Festplatten zum Alltag. Durch das hohe Niveau an Professionalität und die langjährige Erfahrung ist sichergestellt, dass Daten meist restlos wiederhergestellt werden können. Außerdem muss sich der Anwender nicht um die Sicherheit seiner Daten sorgen. Besonders Unternehmen sind schließlich im Besitz von Daten, die mitunter enorme Werte darstellen können – insbesondere, wenn sie verloren gehen. Wir als Datenretter wissen das und behandeln die Daten daher mit äußerster Vorsicht.
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Es gibt so gut wie kein vorstellbares Szenario, das Daten auf eine unwiderrufliche Weise zerstört – eine physikalische Zerstörung ausgeschlossen. Wir als Datenretter können selbst hoffnungslos defekten Festplatten Daten auch im Nachhinein noch entlocken. Als Privatanwender und insbesondere auch als Unternehmen sollte man in diesen Fällen nicht den Fehler machen, Probleme im Selbstversuch lösen zu wollen. Das ist zwar sehr verständlich und lobenswert, doch zum Erfolg führen diese Bemühungen so gut wie nie. Das Gegenteil ist jedoch sehr häufig der Fall. Was viele nicht wissen: schon der erste Versuch der Datenrettung kann entscheidend sein. Bereits im Selbstversuch bearbeitete Festplatten können in den allerwenigsten Fällen nachträglich noch gerettet werden. Geöffnete Festplatten sind grundsätzlich nicht mehr wiederherstellbar. Es ist daher klug, die Zeit lieber gleich in die Kontaktaufnahme mit einem erfahrenen Datenretter zu investieren und diesen seine Arbeit machen zu lassen – das spart Zeit, Kosten und Nerven.