Boot Record

Der Boot Record einer
Festplatte darf nicht mit dem Boot Sektor eines Datenträgers verwechselt werden. In der Regel spricht man bei
Festplatten vom
Master Boot Record, kurz MBR. Bei Computern der x86-Architektur, wozu die meisten PCs zählen, belegt der MBR den ersten Datenblock einer Festplatte mit 512 Bytes. Der Boot Record ist für das ordnungsgemäße Hochfahren des Betriebssystems verantwortlich. Er besteht aus einer
Partitionstabelle und einem Boot-Loader. Die Partitionstabelle enthält die Aufteilung des verwendeten Datenträgers. Beim Boot-Loader handelt es sich um ein Miniprogramm, welches ausgehend des BIOS eines Computers, das Betriebssystem auf einer Festplattenpartition startet. Da Disketten, CDs und DVDs nicht in Partitionen aufgeteilt sind, enthalten sie lediglich einen Boot Sektor. Fehler im Master Boot Record einer Festplatte führen häufig dazu, dass nicht mehr auf die Platte zugegriffen werden kann. Bei einem gelöschten MBR ist es auch nicht mehr möglich, das Betriebssystem hochzufahren.
Boot Record bei DOS- und Windows-Systemen
Festpreis Datenrettung
Wir retten Ihre Daten zum Festpreis! Kosten werden nur bei erfolgreicher Rettung fällig.
Fordern Sie jetzt Ihr unverbindliches Angebot an: unsere kompetente Kundenbetreuung berät Sie gerne kostenlos und unverbindlich.
» Unverbindliche Anfrage «
Der Aufbau des Master Boot Record besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Den größten Teil nimmt dabei der Boot-Loader ein. Der zweite Teil besteht aus dem Inhaltsverzeichnis der Partitionstabelle. Nach der Installation eines Betriebssystems werden standardmäßig Einstellungen am MBR vorgenommen, damit das Betriebssystem starten kann. Beim MS-DOS-Betriebssystem konnte man sich mit dem DOS-Befehl debug den MBR der Festplatte anzeigen lassen. Ersichtlich ist hier jedoch nur der Boot Record der logischen Partitionen. Bei MS DOS und den frühen Windows-Versionen, wie Windows 95 und Windows ME, wird während der Installation der Boot-Loader im Master Boot Record vollständig überschrieben. Bei einem Fehler kann mit dem Befehl fdisk /mbr ein neuer Boot Record geschrieben werden. Hierbei wird aber nicht die Partitionstabelle zerstört. Bei einem möglichen Virenbefall des MBR kann durch den vorgenannten Befehl das System wieder gesäubert werden. Ebenso ist es hierüber möglich, einen installierten Bootmanager wieder zu entfernen. Windows NT und XP überschreiben lediglich die ersten 446 Bytes des MBR. Eventuell vorhandene Informationen älterer installierter
Betriebssysteme bleiben somit erhalten. Über den NT-Loader, auch NTLDR bezeichnet, erhält man nach der Installation eine Auswahlmöglichkeit zu Beginn des Startvorgangs, um sich hier eines der installierten
Betriebssysteme auszusuchen. Bei
Windows 2000 und ebenso auch bei XP findet die Wiederherstellungskonsole Anwendung. Über den Befehl fixmbr kann der MBR repariert werden. Mit Hilfe von fixboot wird der jeweilige Boot Sektor einer Partition repariert.
Windows Vista und
Windows 7 startet den Boot-Loader vom Boot Sektor über bootmgr. Die nötigen Informationen werden hierbei in der Datei bcd abgespeichert. Während des Bootens überprüft bootmgr die Disk-Signatur mit den abgespeicherten Daten in der BCD-Datei. Bei einem Fehler wird die Meldung „winload error“ ausgegeben. Zwecks Reparaturzwecken lässt sich über die Windows-CD unter „
Computer reparieren / Systemwiederherstellungsoptionen“ das Hilfsprogramm bootrec.exe aufrufen. Mit bootrec /fixmbr wird ein neuer MBR geschrieben, mit bootrec /fixboot ein neuer Startsektor auf der Festplatte.
MBR und andere Betriebssysteme
Linux-System nutzen als Boot-Loader das lizenzfreie Programm Grub. Hierüber ist man in der Lage, verschiedene andere Betriebssysteme, auch Windows, zu laden. Bei den Computern auf EFI-Basis wird anstelle eines MBR die modernere GUID Partition Table genutzt. Die GUID Partition Table ist insoweit abwärts kompatibel, als das auch ältere Systeme wenigstens eine Partition nutzen können.