Magneto Optische Laufwerke

Magnetooptische Laufwerke verbinden die Vorteile magnetischer und optischer Datenaufzeichnungstechnik mit dem Vorteil höherer Beständigkeit der
Daten.
Technik magnetooptischer Laufwerke
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Magnetooptische Laufwerke verwenden den Kerr-Effekt. Hierbei ändern bestimmte Substanzen unter dem Einfluss von Erhitzung, die durch einen Laserstrahl hervorgerufen wird – ihre Polarisationsrichtung. Der
Schreibkopf erzeugt bei einer Magneto Optical Disc, auch MO-Platte oder MO-Disc genannt, beim Beschreiben ein Magnetfeld. Der Laserstrahl erhitzt dann bestimmte Bereiche der Platte auf circa 200° Celsisus, woraufhin diese ihre magnetische Ausrichtung ändern. Wird die Platte jedoch gelesen, tastet ein viel schwächerer Laserstrahl dieselbe ab, wobei dieser, entsprechend dem Kerr-Effekt, in unterschiedlicher Weise reflektiert wird. Entsprechend der Polarisation des Strahls wird die Information als 0 oder 1 gelesen, woraus sich die Rohdaten zusammensetzen. Beim Auslesen der Daten wird ein schwächerer Laserstrahl mit Wollaston-Prisma eingesetzt. Da beim Lesen und generell bei niedrigeren Temperaturen die magnetische Ausrichtung des Datenträgers nicht verändert wird, sind die Daten auf einer Magneto Optical Disc besonders gut gegen
Datenverlust gesichert. Daher ist die Magneto Optical Disc besonders gut für die langfristige Archivierung digitaler Daten geeignet und anderen Medien wie der CD, DVD, Blu-ray, aber auch rein magnetischen Speichern wie Disketten und
Festplatten in Hinsicht auf die Datensicherheit deutlich überlegen. Hierzu trägt weiterhin bei, dass die Magneto Optical Disc lichtunempfindlich und bis zu 100° Celsius temperaturbeständig ist, dass die Medien von einer schützenden Cartridge umgeben sind und dass die Magneto Optical Disc außerdem über einen mechanischen Schreibschutzschalter, ähnlich dem einer
Diskette verfügt. So kann das Überschreiben und Löschen durch Fehlbedienung oder Einwirkung von Computerviren wirksam verhindert werden. Vor dem Überschreiben ist ein Löschvorgang notwendig, bei dem ebenfalls die Oberfläche auf 200° Celsius erhitzt wird. Bei speziellen Overwrite-Medien entfällt dieser Vorgang, wodurch die Schreibgeschwindigkeit beim Wiederbeschreiben verdoppelt werden kann. Das
Laufwerk muss dabei die Overwrite-Medien unterstützen.
Verfügbare magnetooptische Laufwerke
Im Wesentlichen stehen heute zwei Typen magnetooptischer Laufwerke zur Verfügung. Zum einen die MiniDisc vom Hersteller Sony. Diese dient vorwiegend der Musikaufzeichnung. Es werden jedoch auch Datenlaufwerke angeboten und es gibt auch spezielle MiniDiscs für Daten. Der Verkauf wurde jedoch 2007 in Europa eingestellt, während die Mini Disc in Japan noch verbreitet ist und weiter produziert und verkauft wird. Hierbei gibt es sowohl bespielte wie auch wiederbeschreibbare MiniDiscs zu kaufen. Vorteile der MiniDisc sind die Robustheit und leichte Handhabbarkeit. Ein Nachteil ist jedoch der Qualitätsverlust der gespeicherten Musik durch die technisch integrierte Komprimierung. Dieser Nachteil wurde durch die Entwicklung der Hi-MD eliminiert. Für Musikaufnahmen wurde das Kopierschutzsystem Serial Copy Management System (SCMS) implementiert, das jedoch auf Studioaufnahmegeräten nicht wirksam ist.
Im Datenbereich ist dagegen die Magneto Optical Disc führend. Hier gibt es
Speichermedien in der Größe von 90 Millimetern und 130 Millimetern Durchmesser. Die Kapazität entwickelte sich von 128 MB pro Medium bis zu 9100 MB. Die Laufwerke erreichen dabei Zugriffszeiten von 20 bis 50 Millisekunden. Die von mehreren Herstellern entwickelten gemeinsamen Standards Hyper Storage und Gigamo haben sich dabei jedoch nicht durchgesetzt. Obwohl die Magneto Optical Disc heute nicht mehr in Europa produziert und vertrieben wird, ist sie doch weiterhin im Musikbereich und für
Backup- oder Datenspeicherzwecke in Verwendung.