NRaid Datenrettung
NRAID ist ein RAID-System, das in Wirklichkeit eigentlich gar keines ist. Daher auch der Name, denn NRAID steht für „Non-RAID“ – also ein RAID, welches keines ist, aber dennoch als solches bezeichnet wird. Der Grund für diese Bezeichnung liegt in der fehlenden Redundanz des RAID-Systems, eines der wichtigsten Merkmale eines jeden RAIDs. Warum NRAID dennoch so bezeichnet werden darf und ob die Vorteile des Systems die Nachteile aufwiegen, klären die folgenden Zeilen.
Wie funktioniert NRAID?
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Ein NRAID-System darf mit
Festplatten beliebiger Größen aufgebaut werden. Beispielsweise könnte ein Benutzer also eine 200 Gigabyte große
Festplatte und ein 400 Gigabyte umfassendes Modell miteinander kombinieren. Unter herkömmlichen RAID-Systemen würde dieses Szenario bedeuten, dass nur 200 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung stehen würden, da die kleinere Festplatte immer den Gesamtspeicherplatz diktiert. Das wird gemacht, um Redundanz durch Datenspiegelung zu gewährleisten.
NRAID funktioniert, wie bereits gesagt, anders. Eine 200 Gigabyte große Festplatte und ein Exemplar mit 400 Gigabyte Speicherkapazität würden in einem NRAID-System tatsächlich ein Gesamtgröße von 600 Gigabyte ergeben – und nicht etwa 200 oder 400 Gigabyte. Dies wird erreicht, indem alle im System befindlichen Festplatten einfach aneinandergehängt und deren Speichergrößen addiert werden. Einschränkungen gibt es nicht. Es dürfen Festplatten unterschiedlicher Größe und Geschwindigkeit genutzt werden, solange diese an den RAID-Controller, der NRAID zwingend unterstützen muss, angeschlossen werden können.
Wo liegen die Vorteile von NRAID?
NRAID erzeugt bei seiner Nutzung aus mehreren kleinen Festplatten ein großes
Laufwerk. Zwar werden die Daten natürlich auf den unterschiedlichen Festplatten gespeichert, der Benutzer bekommt jedoch von diesem Vorgang nichts mit. Im Betriebssystem sieht es so aus, als würde er nur ein Laufwerk beziehungsweise eine Festplatte verwalten. Das erleichtert unter Umständen die Organisation bei vielen kleinen Festplatten enorm.
Außerdem muss sich der Benutzer keine Gedanken darüber machen, ob die Festplatten wirklich baugleich sind und zusammenarbeiten können – wie bei fast allen anderen RAID-Systemen. Es können recht wahllos Festplatten in das bestehende System integriert werden, so dass sich der Zeitaufwand für die Recherche und Suche nach einer passenden Festplatte (oder mehreren) stark in Grenzen hält.
Zusätzlich besteht ein gewisser Vorteil in der Sicherheit gegenüber RAID 0. Wenn eine Festplatte im NRAID-System ausfällt, muss dies nicht heißen, dass eine oder mehrere Dateien komplett verloren sind. Solange sich diese Datei noch komplett auf einer der funktionierenden Festplatten befindet, ist auch die komplette
Datenintegrität gewährleistet. Beim RAID 0, welches rigoros auf Geschwindigkeit durch eine Teilung der Daten ausgelegt ist, wäre dies nicht der Fall und sämtliche Daten wären verloren. NRAID verhält sich somit fast so wie die Festplatten in einem beliebigen
Computer eines jeden Privatanwenders.
Nachteile von NRAID
Ein NRAID-System bietet dem Benutzer keinerlei Geschwindigkeitsvorteil. Daten werden nicht abwechselnd auf unterschiedliche Festplatten geschrieben, um so einen höheren Datendurchsatz zu erreichen – wie etwa beim RAID 0. Ob die Festplatten auf herkömmliche Weise über den SATA-Controller oder einen NRAID-Controller betrieben werden, spielt für die Geschwindigkeit somit überhaupt keine Rolle.
Außerdem wird auch keine erhöhte Datensicherheit gewährleistet. Daten können nicht auf einer der im NRAID-System vorhandenen Festplatten gespiegelt werden, um so eine gewisse Ausfallsicherheit zu erzeugen.
Daraus resultiert natürlich der Nachteil, dass die Anschaffung eines RAID-Controllers einen gewissen Betrag kostet, der daraufhin nicht durch einen Geschwindigkeits- oder Sicherheitsgewinn wieder ausgeglichen wird. Vor allem Privatkunden müssen sich hier die Frage stellen, ob ein NRAID-System im
Computer tatsächlich notwendig ist, denn die tatsächlichen Vorteile sind im Alltagseinsatz somit kaum spürbar.
Anwendungsbeispiele für das NRAID
Wer seine Festplatten unbedingt als ein großes, logisches Laufwerk zusammenfassen möchte, findet im recht einfach zu verwaltenden NRAID wohl einen guten Partner. Ansonsten halten sich die praktischen Anwendungsszenarien für Privatanwender sehr in Grenzen.
Unternehmen hingegen können in einigen Fällen von diesem nicht ganz echten RAID-System profitieren. Es ist relativ einfach möglich, mit Hilfe von NRAID sehr große Laufwerke zu erzeugen. Mehrere Festplatten mit einer Größe von jeweils einigen Terabyte können zusammengeschlossen und dem Betriebssystem als ein gigantisches Laufwerk präsentiert werden. Wer viel Ordnung in seinem Betrieb braucht, kann so etwa einzelne Laufwerke für spezifische Datentypen festlegen, um so ein sehr großes „Auffangbecken“ für diese Daten zu bekommen. Im Vergleich zu Softwarelösungen wie einem sogenannten Logischen Volume Manager – der im Prinzip dieselbe Aufgabe wie ein NRAID-Controller erfüllt und in jedem modernen Betriebssystem integriert ist – kann außerdem jederzeit aus dem NRAID heraus gebootet werden.
Fazit
Für Privatanwender ist NRAID nur dann zu empfehlen, wenn die Anschaffungskosten für einen guten RAID-Controller zu vernachlässigen und die zusätzlichen Geschwindigkeits- oder Sicherheitsvorteile anderer RAID-Lösungen unwichtig sind. Ansonsten liegt der Vorteil von NRAID klar in der Ausrichtung auf größere Computer-Cluster, die dank NRAID mit einfachen Mitteln Laufwerke von einer enormen Größe verwalten können.
Das Fehlen jeglicher Features, die RAID-Systeme normalerweise so hervorheben, ist jedoch ärgerlich. Jeder Nutzer muss hier selbst entscheiden, ob NRAID die richtige Wahl ist. Falls das nicht so einfach möglich ist, hilft eine einfache Beratung bei einem guten IT-Dienstleister. Diese können normalerweise schnell entscheiden, ob NRAID – oder ein beliebiges anderes RAID-System – die richtige Wahl darstellt.
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