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Entwicklungssystem Definition & Begriffserklärung

EntwicklungssystemEin Entwicklungssystem im Computerbereich bezeichnet eine Ansammlung von Hilfsmitteln, die vornehmlich für die Softwareentwicklung genutzt werden. Häufig ist auch von einer integrierten Entwicklungsumgebung die Sprache, kurz IDE für Integrated Development Environment. Sie stellen eine Vereinfachung bei der Softwareentwicklung dar, ohne dass weitere Tools und Programme hierzu separat benötigt werden. Heutige Entwicklungsumgebungen beinhalten in der Regel einen Texteditor, einen Interpreter beziehungsweise einen Compiler, einen Linker und zur Kontrolle einen Debugger. Daneben enthält eine solche Entwicklungsumgebung meist noch diverse Quelltextformatierungsfunktionen.

Erste Entwicklungssysteme

Zu Beginn der ersten Computer gab es eine Handvoll einzelner Programmierwerkzeuge, die meist von unterschiedlichen Anbietern erhältlich waren. Oftmals wurde der Quellcode direkt in Maschinensprache eingegeben. Fehlerhafte Eingaben führten zu einer umständlichen Fehlersuche und zu mangelhaften Programmen. 1975 wurde die erste Entwicklungsumgebung namens Maestro I als Programm-Entwicklungs-Terminal-System PET vorgestellt. Ziel dieser Entwicklung war die Förderung eines interaktiven Programmierarbeitsplatzes für monatlich um die 1.000 DM zu ermöglichen.

Im Zeitalter der ersten PCs gab es noch keine fensterunterstützten Anwendungen, wie es heute unter Windows der Fall ist. So wurde über einen Texteditor zunächst der Programmquellcode eingegeben. Um das Programm lauffähig zu machen, musste der Interpreter oder Compiler separat gestartet werden. Umfangreiche Fehleranalysen waren nicht vorhanden. Mit etwas Glück funktionierte das Programm. Erst zu Beginn der 80er Jahre kamen sogenannte integrierte Entwicklungssysteme auf und lösten die Einzelkomponenten Editor, Interpreter / Compiler, Linker und Debugger ab.

Ein Beispiel stellte der Turbo Pascal Compiler dar. Im textorientierten Modus bot diese Programmiersprache einen integrierten Texteditor und einen Compiler an, der nach dem Erstellen des Quellcodes ein COM-Programm erzeugte. Später wurde noch ein Debugger integriert und es konnten auch EXE-Programme erzeugt werden. Ab 1990 gingen einige Anbieter dazu über, ihre IDEs in einer visuellen Programmierumgebung anzubieten. Heutige Programmiersprachen arbeiten komplett in einer Windows-Umgebung. Beispiele hierfür sind Delphi oder die Open-Source-Umgebung für PHP-Programme. Einige Spezialsprachen werden aber immer noch mit einer textbasierenden Entwicklungsumgebung angeboten.

Arbeitsweise in einem integrierten Entwicklungssystem

Der Quellcode einer Programmiersprache wird zunächst über einen integrierten Texteditor eingegeben. Mittlerweile enthalten diese Editoren sogenannte Quelltextformatierungsfunktionen, die wichtige Schlüsselwörter farbig darstellen und Programmschleifen automatisch einrücken. Auf diese Weise wird das gesamte Programmgerüst übersichtlicher dargestellt. Während früher der Compiler, Linker und Debugger separat angesprochen werden musste, kann mit nur einem Button-Knopf die Ausführung und Kompilierung des Programms erfolgen. Die Routinen arbeiten dabei im Hintergrund und machen sich nur bei einem Fehler bemerkbar.

Viele weitere Hilfstools sind in diesen Entwicklungsumgebungen enthalten, wie zum Beispiel ein Projektmanagement, eine Versionsverwaltung oder eine UML-Modellierung, eine grafische Umsetzung zur besseren Darstellung von Konstruktionen und Dokumentation von speziellen Softwareteilen. Eine IDE vereinheitlicht alle benötigten Hilfsmittel für die Softwareerstellung unter einer gemeinsamen Benutzeroberfläche. Hierdurch läuft der Programmieraufwand wesentlich effizienter ab.

Einige Tools lassen wiederkehrende Programmroutinen in einer Datenbank abspeichern, so dass sich hier für den Programmierer nützliche Bibliotheken ergeben, auf die er jederzeit zugreifen kann. Letztlich kann sich der Programmierer mit einem integrierten Entwicklungssystem viel besser auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren.

Entwicklungssysteme in anderen Bereichen

Neben der Erstellung von Anwendungssoftware gibt es auch für die Entwicklung von Computerspielen entsprechende Entwicklungssysteme. Sie beinhalten oft eine sogenannte 3D-Engine, mit der grafische Elemente und Aktionen zueinander in Beziehung gesetzt werden können. Die meisten aktuellen Computer- und Webspiele basieren auf solchen Systemen.

Entwicklungssysteme im Hardwarebereich

Auch bei der Entwicklung von Computerhardware werden entsprechende Entwicklungssysteme angeboten. Es handelt sich hierbei um Spezialsoftware, mithilfe derer an einen Computer angeschlossene Steckkarten und externe Testplatinen programmiert werden können. So lassen sich beispielsweise hierüber Flash-Controller-Karten entwickeln, simulieren und programmieren. Selbst ganze Mikroprozessoreinheiten können über ein Entwicklungssystem auf einem Rechner simuliert werden. Anstelle der verwendeten Bausteine werden diese durch entsprechende Softwareroutinen ersetzt. Sowohl für die Programmerstellung als auch zum Testen von Hardware ist ein Entwicklungssystem ein wichtiger Helfer. Anstelle vieler Einzelanwendungen können unter einer gemeinsamen Oberfläche sämtliche Funktionen effizient bedient werden. Dies spart Zeit und Geld.

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