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Abandonware Definition & Begriffserklärung

AbandonwareUnter dem Begriff Abandonware versteht man Computersoftware, die vom ursprünglichen Hersteller weder kommerziell vertrieben noch technisch unterstützt wird. Das Wort „to abandon“ stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „Verlassen“ oder „Aufgeben“. Vor allem auf dem Spielesektor ist dieses Phänomen zu beobachten. Viele Computerspiele, die vor Jahren für viel Geld von den Verbrauchern erworben wurden, sind ohne weitere technische Unterstützung nicht mehr auf neueren Systemen nutzbar.

Dies gilt besonders dann, wenn sich die Originalsoftware auf Datenträgern befindet, deren Formate nicht mehr unterstützt werden (z. B. Disketten) oder die schlicht defekt sind. Da die Hersteller für solche Spiele oft keinen Support mehr bieten, gibt es keine legalen Möglichkeiten, an eine Sicherungskopie oder andere Unterstützung (beispielsweise Updates) zu kommen. Geht es nur darum, einen beschädigten Datenträger zu ersetzen, kann möglicherweise der Gebrauchtmarkt helfen, um an ein weiteres Original der Software zu kommen.

Emulatoren machen Nutzung auf modernen Systemen möglich

In diese Lücke stoßen die Betreiber von Internetseiten, die Abandonware anbieten. Sie stellen (meist kostenlos) die alte Software zum Download ins Netz, die dann gegebenenfalls mit Unterstützung eines Emulators auch auf neueren Systemen wieder genutzt werden kann. Allerdings bewegen diese Seiten sich in einer rechtlichen Grauzone, da auch Abandonware natürlich dem Urheberrecht unterliegt. Viele Hersteller verzichten aber bewusst auf die Durchsetzung der Rechte und tolerieren das Phänomen Abandonware. Vereinzelt sind sich Softwarehäuser durch diverse Fusionen auch gar nicht darüber im Klaren, dass sie noch die Rechte an einem bestimmten Programm besitzen.

Abandonware ist oft illegal

Die Idee, Abandonware zum Download anzubieten, ist nicht neu. Bereits 1997 gab es erste Seiten im Internet, die sich mit diesem Thema beschäftigten. Da sie den Herstellern keinen finanziellen Schaden im eigentlichen Sinne zufügten, sahen die Betreiber sich nicht derselben Kritik und Verfolgung ausgesetzt wie die Anbieter von illegalen Kopien kommerzieller Software (Raubkopierer). Die Tatsache, dass die Softwarehäuser in aller Regel die Abandonware tolerierten, führte bei vielen Nutzern zu der falschen Annahme, dass der Download legal sei.

Einen Mittelweg gehen zahlreiche Abandonware-Seiten heutzutage dadurch, dass sie sich von den jeweiligen Rechteinhabern die Erlaubnis einholen, die Software zum Download anbieten zu dürfen. Solche Angebote sind dann normalerweise entsprechend gekennzeichnet. Nicht alle Hersteller von Software stimmen dem zu. Bei manchen Titeln wird dann eine entsprechende Gebühr verlangt, die allerdings deutlich niedriger ausfällt als der ursprüngliche Kauf der Software.

Retro-Szene gehört zu den hauptsächlichen Nutzern von Abandonware

Ein Hauptunterschied zu den Raubkopierern, die immer nur die neuesten Titel anbieten wollten, lag in der Absicht, mit der Abandonware alte und „erhaltungswürdige“ Software auch künftig nutzen zu können. Angesichts der rapide voranschreitenden technischen Entwicklung bei den Computern wurde bei jedem Systemwechsel die alte Softwaresammlung wertlos. Dabei kommt es den Betreibern nicht nur auf den PC-Sektor an, sondern auch auf alte Heimcomputer wie  Amiga oder C-64. Emulatoren älterer Videospielkonsolen machen es technisch möglich, ganze Spielebibliotheken der klassischen Retro-Systeme wie dem Atari VCS der Nachwelt zu erhalten. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Original-Hardware nicht mehr zur Verfügung steht.

Rechtliche Fragen bleiben ungeklärt

Da es keine generelle Legalisierung von Abandonware gibt und derzeit auch keine entsprechenden Änderungen in der Gesetzgebung in Sicht sind, bleibt die Nutzung solcher Software ein rechtliches Problem. Rein vom Begriff her gesehen sind von den Herstellern freigegebene Programme keine Abandonware mehr, weil sie mit dem offiziellen Verzicht auf die Rechte in andere Kategorien wie „Freeware“ oder „Public Domain“ gehören.

Die Betreiber der Abandonware-Seiten sehen diese Unterscheidung allerdings nicht so streng. Bisher blieben Bemühungen erfolglos, die Hersteller zu einem generellen Verzicht auf die Rechte an Abandonware zu bewegen.

Abandonware: Futter für alte Hardware

Gerade in den letzten Jahren hat die Abandonware-Szene erhöhten Zulauf bekommen. Dies ist vermutlich auf eine verstärkte Retro-Welle zurückzuführen. Besonders Konsumenten, die jetzt um die 40 Jahre alt sind, erinnern sich gerne an die Softwaretitel ihrer Kindheit und Jugend. Nicht wenige der Retro-Verfechter pflegen auch noch die technischen Überbleibsel jener Zeit und besitzen noch funktionierende Hardware.

Ist diese selbst in schlechtem Zustand meist noch zu reparieren, sieht es mit den Datenträgern oft schlecht aus. Obwohl echte Retro-Fans natürlich Originalspiele mit kompletter Verpackung bevorzugen, dient die Abandonware als letzte Möglichkeit, bestimmte Programme überhaupt noch zu erhalten. Vor allem Besitzer von Originalsoftware sehen im Download dieser Spiele kein moralisches Problem, weil sie schließlich einmal Geld für das Original bezahlt haben und daraus einen Anspruch auf eine auch künftig funktionierende Version ableiten. Ob dies auch juristisch stichhaltig ist, bleibt mangels endgültiger Klärung dabei bislang unberücksichtigt.

Kulturelle Bedeutung von Abandonware

Abgesehen vom legalen Aspekt der Abandonware sehen viele Kulturexperten diese Szene als wichtigen Beitrag, die frühe Computerkultur (und hier insbesondere die Spielekultur) zu erhalten. Ähnlich wie bei der Erhaltung von anderen frühen Medien (wie Ton- und Bilddokumenten) gibt es ein berechtigtes Interesse, die Meilensteine der Computer-Urzeit für die Nachwelt zu konservieren. Das Internet scheint hierfür das ideale Medium zu sein, da es sowohl den weltweiten Zugriff ermöglicht als auch das Problem des Verfalls alter Datenträger minimiert. Besonders viele Abandonware-Seiten gibt es in Großbritannien und den USA.

Speziell die Seiten, die sich als Archive der Zeitgeschichte verstehen, stellen nicht nur die Software selbst zur Verfügung, sondern pflegen auch weitergehende Informationen ein. Dies geht von der ursprünglichen Software-Dokumentation über die Verpackung bis hin zu zeitgenössischen Testberichten aus einschlägigen Zeitschriften. Zumeist folgt dann noch eine Bewertungsskala sowohl der eigenen Redaktion der Abandonware-Seite und die Möglichkeit für Nutzer, ihre eigenen Kommentare und Bewertungen abzugeben.

Rosa Brille oder echte Klassiker?

Nutzer von Abandonware werden oft gefragt, was sie an den technisch zweifelsohne veralteten Spielen finden. Als Antwort wird nicht nur der Retro-Charme angeführt, der vermutlich nur für Leute nachvollziehbar ist, die diese Zeit selbst miterlebt haben. Doch einige der genialsten Spielideen und einfachsten Konzepte haben bis in die heutige Zeit überlebt und werden immer wieder neu aufgelegt.

Dabei hält die Szene an der Philosophie fest, dass nicht aufwändige Zwischensequenzen und Effekte ein Spiel gut machen, sondern die grundlegende Spielidee, die für Tage und Wochen an den Bildschirm fesseln kann. Viele neuere Spiele bieten diese Langzeitmotivation – zumindest nach Ansicht der Veteranen – trotz überlegener Technologie oft nicht. Weniger enthusiastisch sehen dies aber die Vertreter nachfolgender Spieler-Generationen, die an den groben Klötzchengrafiken vergangener Tage nicht wirklich Interesse haben.

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