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EIDE Definition & Begriffserklärung

EIDEEIDE steht für Enhanced Integrated Drive Electronics und bezeichnet eine Schnittstelle für Computer. Dabei handelt es sich um eine parallele Schnittstelle, die über einen langen Zeitraum hinweg für den Anschluss von Festkarten, Soundkarten oder anderen Hardwareelementen eingesetzt wurde, die im Inneren des Computers integriert sind. Es gibt verschiedene weitere Bezeichnungen, die aus technischer Sicht mit dem Begriff EIDE weitestgehend gleichbedeutend sind. EIDE wurde als allgemeiner Standard unter dem Namen ATA-2 verabschiedet. Schnittstellen ab ATA-2 werden häufig auch mit der Bezeichnung EIDE belegt.

Als die serielle Datenübertragung an Bedeutung gewann, wurden die parallelen ATA-Schnittstellen nachträglich als PATA (parallel ATA) bezeichnet. Daher gilt heute auch die Bezeichnung PATA als Synonym zu EIDE. Die EIDE-Schnittstelle  war über einen langen Zeitraum hinweg die am häufigsten verwendete Schnittstelle. Seit der Jahrtausendwende wird deren Verwendung jedoch immer seltener, da die serielle Datenübertragung die parallelen Schnittstellen immer häufiger ersetzt.

Entwicklung der IDE Schnittstelle

Zu Beginn der achtziger Jahre wurden für die interne Datenübertragung in der Regel ST506 oder eine ESDI-Schnittstelle verwendet. Diese verwendeten zwei verschiedene Kabel, ein 34-poliges Kabel für die Steuerung der Hardware und ein 20-poliges Kabel für die Übertragung der Daten. Das Datenkabel wurde für jedes Laufwerk extra verlegt, das Steuerungskabel hingegen wurde stets von einem Laufwerk zum nächsten weitergeleitet. Es wurde ein Controller benötigt, der die Steuerung der Laufwerke genau berechnete. Der Controller übergab beispielsweise an die Festplatte den genauen Befehl, welcher Schreib- oder Lesekopf verwendet werden sollte und in welchem Segment dieser die Daten schreiben oder lesen sollte. Die Einrichtung eines solchen Systems war nicht nur aufgrund der vielen verschiedenen Kabel recht kompliziert, es war auch nur wenig effizient.

Der Festplattenhersteller Western Digital entwickelte ab 1984 eine Alternative zu den bisherigen Schnittstellen, die viele Neuerungen mit sich bringen sollte. Zum einen wurde nur ein einziges Kabel sowohl für die Steuerung als auch für die Datenübertragung verwendet. Dieses wurde für jedes Laufwerk extra verlegt, was die Installation erheblich vereinfachte. Zum anderen wurde auch der bisherige Controller abgelöst. Western Digital verlegte den größten Teil der Steuerungselektronik direkt in die Festplatte. So wurde die CPU erheblich entlastet. Diese neue Schnittstelle wurde als IDE-Schnittstelle vermarktet, was für Integrated  Drive Electronics stand.

Nach einigen Jahren entwickelte sich diese Technik zum allgemeinen Standard und wurde von fast allen Festplattenherstellern übernommen. Die Technik der IDE-Schnittstelle wurde daraufhin als herstellerübergreifender Standard übernommen und unter dem Namen ATA formuliert. IDE und ATA beziehen sich auf die gleiche Technik, mit dem Unterschied, dass es sich bei IDE auf einen herstellerspezifischen Ausdruck handelt.

Weiterentwicklung zu EIDE

Die IDE-Technologie konnte sich gegen Ende der achtziger Jahre immer stärker durchsetzen und zu Beginn der neunziger Jahre war sie der allgemeine Standard für Schnittstellen. Dennoch entwickelte sich die Technik weiter. Western Digital war auch bei der Weiterentwicklung der IDE-Schnittstelle der Vorreiter. Das Ergebnis war schließlich die EIDE-Schnittstelle. EIDE steht für Enhanced IDE, also für verbessertes IDE. Diese Neuerungen umfassten in erster Linie eine Verdopplung der Übertragungsrate auf 16,6 MB/s. Außerdem ermöglichte EIDE, die Steuer- und Datensignale synchron zu übertragen.

Es wurden auch neue Übertragungsmodi eingeführt. Insbesondere das Logical Block Addressing ist hierbei erwähnenswert. Bei den bisher verwendeten Adressierungsformen mussten der Zylinder, der Kopf und der Sektor der Festplatte angegeben werden, um die Daten von der Festplatte zu lesen oder um sie darauf zu schreiben. Beim Logical Block Addressing wird lediglich ein Block angegeben. Die Blöcke haben eine fortlaufende Nummer und die Festplatte ermittelt über ihre eigene Steuerungselektronik, welcher Zylinder, welcher Kopf und welcher Sektor der Blocknummer entspricht. Die EIDE-Technologie bot zwar keinen grundlegenden Unterschied zur IDE-Technik, dennoch konnten die Neuerungen die Effizienz der Schnittstelle erheblich steigern.

Auch die EIDE-Technologie wurde einige Zeit nach der Veröffentlichung als allgemeiner Standard unter dem Namen ATA-2 verabschiedet. In den darauffolgenden Jahren wurde der ATA-Standard mehrere Male erneuert und immer leistungsfähiger gestaltet. Die Bezeichnung EIDE blieb jedoch auch für die Weiterentwicklungen der parallelen ATA-Schnittstellen erhalten.

Einführung der seriellen Datenübertragung

Um die Jahrtausendwende wurde im Bereich der Computerindustrie immer klarer, dass die parallele Datenübertragung an ihre Grenzen stoßen würde. Das liegt darin begründet, dass bei einem parallelen Signal die Übertragungsgeschwindigkeiten in den einzelnen Kanälen unterschiedlich sein können. Um ein zusammengehöriges Signal zu ermitteln, muss stets eine so lange Pause gemacht werden, bis sichergestellt wird, dass alle Signale eingetroffen sind. Diese Pause ist für die Zeitverhältnisse eines Computers so lange, dass sie die Geschwindigkeit der Datenübertragung begrenzt.

Bei einer seriellen Übertragung wird zwar nur ein Kanal verwendet, bei diesem ist jedoch keine Unterbrechung zwischen den einzelnen Signalen notwendig. Dies sorgt dafür, dass diese Form der Übertragung erheblich schneller arbeiten kann. Im 2001 verabschiedeten ATA/ATAPI-7-Standard wurde erstmals die serielle Datenübertragung aufgenommen. Für diese Form der Datenübertragung entwickelte sich die Bezeichnung SATA (serial ATA). Zwar wurden auch noch einige Jahre nach der ersten Veröffentlichung der SATA-Spezifikation Festplatten, Soundkarten oder CD/DVD-Laufwerke mit EIDE-Schnittstellen ausgestattet, doch wurde die SATA-Technik immer wichtiger. Moderne Computersysteme verwenden heute fast immer die serielle Datenübertragung, manche Hauptplatinen verfügen bereits über keine EIDE-Schnittstelle mehr.

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