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ESDI Definition & Begriffserklärung

ESDIESDI ist die Abkürzung für Enhanced Small Disc Interface. Diese Bezeichnung steht für eine bestimmte Schnittstelle in einem Computersystem, mit der in erster Linie eine Festplatte aber auch andere Speichermedien an die CPU angeschlossen werden können. Die ­ESDI-Schnittstelle  war in der Zeit der achtziger Jahre stark verbreitet. Heutzutage spielt sie für moderne Computersysteme jedoch kaum mehr eine Rolle.

Vorläufer der ESDI-Schnittstelle: ST506

Gegen Ende der siebziger Jahre wurden die meisten Festplatten mit einer ST506-Schnittstelle gefertigt. Diese ST506-Schnittstelle nutzte zwei verschiedene Kanäle, um Daten von der Festplatte abzulesen oder um sie dort zu speichern. Der erste Kanal verfügte über 34 verschiedene Pole und diente zur Steuerung des Geräts. Für die Steuerung der Festplatte wurde ein externer Controller verwendet. An diesen wurde der Befehl zum Schreiben oder zum Lesen der Daten zusammen mit dem Ort übermittelt, an dem sich diese befanden.

Der Controller verfügte über Elektronikbauteile, die diesen Befehl derart verarbeiteten, dass diese von der Festplatte verwendet werden konnten. Diese Befehle wurden über das 34-polige Kabel übertragen. Dabei enthielten die Signale bereits die einzelnen Befehle, die für die Bewegungen der Schreib-/Leseköpfe und der Platten notwendig waren. Verfügte ein Computer über mehrere Festplatten, wurde dieses Steuerkabel von einem Gerät zum nächsten weitergeleitet und am jeweiligen Anschluss für die Schnittstelle angebracht.

Neben dem Steuerungskabel enthielt die ST506-Schnittstelle auch ein 20-poliges Datenkabel. Mit diesem Kabel wurden die zu schreibenden Daten an die Festplatte übermittelt oder die abgelesenen Daten auf die CPU übertragen. Wenn mehrere Festplatten verwendet wurden, wurde jede Platte mit einem separaten Datenkabel versorgt. Die ST506-Schnittstelle konnte eine Übertragungsgeschwindigkeit von maximal 7,5 Megabits pro Sekunde erreichen.

Entwicklung der ESDI-Schnittstelle

Die Übertragungsraten der ST506-Schnittstelle konnten bereits nach kurzer Zeit den Anforderungen nicht mehr nachkommen. Daher begannen die Entwickler bereits gegen Ende der siebziger Jahre mit der Suche nach neuer Alternativen. Die Ingenieure der Maxtor Corporation begannen sofort nach der Firmengründung im Jahre 1982 mit der Entwicklung eines alternativen Systems. Der Neuling unter den Festplattenherstellern konnte bereits kurze Zeit später die wesentlich leistungsfähigere ESDI-Schnittstelle präsentieren, die dafür sorgte, dass die Maxtor Corporation innerhalb kurzer Zeit zu einem der führenden Festplattenhersteller wurde.

Die ESDI-Schnittstelle bot zu dieser Zeit viele Vorteile. ESDI unterstützte Übertragungsraten von 10, 15 oder 20 Mbit/s und war somit deutlich schneller als die ST506-Schnittstelle. Dennoch wurden viele Elemente der bisherigen Schnittstelle beibehalten. Auch ESDI verwendete ein 34-poliges Steuerungskabel und ein 20-poliges Datenkabel. Die Anschlüsse waren die gleichen. Daher war die Umrüstung von einem Computersystem, das ST506 verwendete, zur neuen ESDI-Schnittstelle recht einfach und kostengünstig durchzuführen. Dies war für den schnellen Erfolg dieser Technologie zu einem großen Teil verantwortlich. Technisch bestand der wesentliche Unterschied darin, dass Teile der Aufgaben des Controllers ausgelagert wurden. Zu diesem Zweck wurde in das Gehäuse der Festplatte eine spezielle Steuerungselektronik eingebaut. Diese vervollständigte die Berechnungen, die für die Umsetzung der Schreib- oder Lesebefehle notwendig waren.

Eine weitere Neuerung der ESDI-Schnittstelle bestand in der Verallgemeinerung der Steuerungsbefehle. ESDI ermöglichte durch diese Verallgemeinerung, dass nicht mehr wie bislang nur Festplatten angeschlossen werden konnten, die neue Schnittstelle ermöglichte auch den Anschluss von Wechseldatenträgern oder Bandlaufwerken. Die ESDI-Festplatten konnten sich schnell auf dem Markt durchsetzen und waren fast über ein ganzes Jahrzehnt hinweg die am häufigsten verwendete Schnittstelle für Festplatten.

Nachfolger der ESDI-Schnittstelle

Bereits bevor die ESDI-Schnittstelle auf den Markt kam, wurde eine andere Alternative für den Anschluss einer Festplatte vorgestellt. Die SCSI-Schnittstelle stammt bereits aus dem Jahre 1979 (damals noch unter dem Namen SASI). Doch wies dieses System noch viele Fehler auf und konnte sich daher zunächst nicht durchsetzen. Die SCSI-Schnittstelle wurde erst 1986 standardisiert und selbst zu diesem Zeitpunkt war die Technologie noch nicht so weit entwickelt, um für die notwendige Zuverlässigkeit zu sorgen. Das Gleiche gilt für die ATA-Schnittstelle, die ebenfalls bereits zu Beginn der achtziger Jahre unter dem Namen IDE entwickelt, 1986 vorgestellt und 1989 als Standard definiert wurde.

Obwohl beide Techniken ungefähr zur gleichen Zeit wie ESDI entwickelt wurden, hatten sie zunächst nur eine sehr geringe Marktbedeutung. Bei beiden Techniken handelt es sich um Neuentwicklungen, die sich sehr stark von allen bisherigen Schnittstellen unterschieden. Sie verwendeten lediglich ein Kabel, das sowohl für die Steuerung als auch für die Datenübertragung verwendet wurde. Außerdem wurde der größte Teil der Steuerungselektronik auf das Laufwerk selbst übertragen. Diese umfassenden Neuerungen führten dazu, dass beide alternativen Schnittstellen eine deutlich längere Entwicklungszeit benötigten.

ESDI hingegen war der ST506-Technologie recht ähnlich und kann als eine Weiterentwicklung der bisherigen Schnittstelle betrachtet werden. Daher konnte die ESDI-Schnittstelle bereits nach einer kurzen Entwicklungszeit problemlos eingesetzt werden und sie konnte so den Markt in den achtziger Jahren erobern. Sowohl SCSI als auch ATA waren zu dieser Zeit zwar bereits verfügbar, doch noch sehr fehlerbehaftet. Erst zu Beginn der neunziger Jahre konnten diese Techniken ihre Entwicklungsfehler ablegen. Daraufhin traten schnell die Vorteile der Neuentwicklungen in den Vordergrund, sodass SCSI und ATA die ESDI-Schnittstellen bald vom Markt verdrängen konnten.

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