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DAT Definition & Begriffserklärung

DAT Kassette – Digital Audio Tape (Digitales Tonband) für Audio und BackupHinter der Abkürzung DAT verbirgt sich die Bezeichnung Digital Audio Tape, ein spezielles digitales Tonband. Aufzeichnungsformat und Tonqualität sind im professionellen Einsatz sehr hochwertig und in der Praxis weitgehend mit der CD vergleichbar. Abgespielt werden können DAT-Kassetten über entsprechende DAT-Audiorekorder. Im Gegensatz zur herkömmlichen Audio-Kassette konnte sich DAT auf dem Massenmarkt jedoch nicht durchsetzen und wird daher lediglich für Nischenlösungen oder als Backup-Band für Computersicherungen eingesetzt.

Kurzüberblick: Eine DAT-Kassette nutzt eine schrägspurige Helical-Scan-Aufzeichnung auf 4-mm-Magnetband. Typische Audio-Aufnahmen erfolgen in linearem PCM mit 16 Bit bei 44,1 oder 48 kHz (zusätzlich existiert ein 32-kHz-12-Bit-Longplay-Modus). Spätere Profi-Recorder boten erweiterte Betriebsarten; im Studio- und Rundfunkbereich wurde DAT wegen der präzisen PCM-Aufzeichnung, der geringen Verzerrungen und der zuverlässigen Fehlerkorrektur geschätzt.

Neben der Audioproduktion entstand mit DDS (Digital Data Storage) eine Datenvariante des DAT-Systems. Diese Streamer-Bandlaufwerke wurden über Jahre als zuverlässige Sicherungsmedien genutzt und in vielen IT-Umgebungen standardisiert. Auch wenn moderne Lösungen heute dominieren, sind vorhandene Bestände an DAT-/DDS-Bändern weiterhin relevant – etwa für Archivzugriffe, Migrationen oder Prüfzwecke.

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DAT Geschichte

1983 wurde auf der internationalen DAT-Konferenz darüber beraten, dass ein digitales Aufzeichnungsverfahren die herkömmliche Audio-Compact-Cassette ablösen sollte. Ursprünglich wurden zwei konkurrierende Systeme entwickelt, das S-DAT als stationärer Vielkopf-Tonkopf und das R-DAT als rotierender Tonkopf, der ähnlich auch in Videorekordern seinen Dienst verrichtet. Letztlich erhielt das R-DAT-Verfahren den Zuspruch der DAT-Konferenz und wurde 1985 eingeführt. Im Jahr 1993 entwickelte Philips sein eigenes neues S-DAT-System unter der Bezeichnung Digital Compact Cassette (DCC), welches ebenfalls Marktreife erlangte. In den Anfangsjahren von DAT wurden auch bespielte kommerzielle Bänder angeboten. Wegen des aufwändigen Kopierschutzsystems erreichte diese Lösung jedoch keine Marktbedeutung.

Von der International Federation of the Phonographic Industry wurde das Format der DAT-Kassetten aus Angst vor Schwarzkopien arg bekämpft, so dass sich die DAT-Konferenz gezwungen sah, einen doppelten Kopierschutz in den kommerziellen Bändern zu integrieren. Dies musste zwangsläufig zum Rückschlag für die Verbreitung des DAT-Systems führen. Der Kopierschutz verhinderte bei CD-Samplingraten von 44,1 kHz eine völlige Aufnahmesperre. So durften die 1986 serienreifen DAT-Rekorder auf Druck der Musikindustrie zunächst nicht in den Verkauf kommen. Die 1987 ersten in Deutschland erhältlichen Geräte konnten somit nicht zum Aufnehmen von Musik-CDs genutzt werde.

1989 einigten sich die Verbände und entwickelten das SCMS-Kopierschutzverfahren, mit dem eine einmalige Kopie digitaler CD-Stücke erlaubte. Ein weiteres Scheitern an der umfassenden Markteinführung war natürlich auch der hohe Preis von seinerzeit 3.500 DM für einen DAT-Rekorder und 50 DM für eine DAT-Kassette. Erst als ab 1990 immer mehr Firmen ihre DAT-Rekorder vorstellten, sank der Preis auf knapp unter 1.000 DM. Während im Heimsektor nur wenige sich diese neuen Medien leisten konnten, wurde im professionellen Bereich, beispielsweise in der Schallplattenindustrie und in Rundfunkanstalten die neue DAT-Technik eingesetzt.

1991 erhielt das DAT-System zunächst von der japanischen MiniDisc (MD) Konkurrenz und schließlich 1993 auch von der Philips Digital Compact Cassette (DCC). Als 1995 sogar die ersten CD-Rekorder für Heimanwender auf den Markt kamen, war das Ende der DAT-Kassette eingeläutet. Lediglich im Profibereich werden immer noch in Studios digitale Aufnahmen auf den zuverlässigen DAT-Bändern produziert. Dabei spielen zunächst die lange Laufzeit und eine verlustfreie Aufzeichnung eine große Rolle.

Letztlich entschied sich der bekannte Computerhersteller Hewlett Packard mithilfe des DDS-Formats die DAT-Kassetten auch als Datensicherung einzusetzen. So war DAT auch der Wegbereiter für die ersten Streamerbandlaufwerke. Ein DAT-Band bot immerhin eine Kapazität von wenigstens 24 Gigabyte und war daher für die Datensicherung im PC-Bereich prädestiniert. Die Laufwerke konnten dabei auch herkömmliche Audio-DAT-Kassetten abspielen. Heute werden diese Laufwerke nach Angaben des Herstellers nicht mehr produziert, da andere Sicherungsverfahren entwickelt worden sind.

Zeitleiste und Meilensteine:

  • 1983: Konzeption und Standardisierungsdebatte (S-DAT vs. R-DAT).
  • 1985–1987: Einführung R-DAT, erste Consumer- und Profigeräte, regulatorische Hürden wegen Kopierschutz.
  • 1989: SCMS erlaubt eine digitale Kopiergeneration, breitere Akzeptanz im Pro-Bereich.
  • 1991–1995: Konkurrenz durch MD/DCC sowie CD-Recorder; Rückzug aus dem Massenmarkt.
  • 1990er–2000er: DDS etabliert sich als Datenformat in der IT. Spätere Generationen reichen von DDS-1/DDS-2 bis zu DAT-72, DAT-160 und DAT-320 (komprimierte Nennkapazitäten zuletzt im dreistelligen GB-Bereich).
  • 2010er Jahre: Auslauf zahlreicher DAT-/DDS-Laufwerke. Archiv- und Nischenanwendungen bleiben relevanter Anwendungsfall.

Kompatibilität und Praxis: Audio-DAT und DDS basieren zwar auf verwandter Technik (4-mm-Band und Helical-Scan), sind aber in ihrer Formatierung unterschiedlich. Je nach Modell können bestimmte Datenlaufwerke Audio-DAT signalisieren; eine allgemeine Abspielgarantie besteht jedoch nicht. Für Archive ist deshalb die gerätespezifische Kompatibilitätsprüfung wichtig.

Technik der DAT-Kassette

Nach wie vor handelt es sich bei einer DAT-Kassette um ein Magnetband. Die Tonaufzeichnungen erfolgen jedoch in digitaler Form und sind daher weitaus höher als im analogen Bereich. DAT arbeitet mit Abtastraten bis zu 96 kHz. Das Klangpotenzial liegt mit 24 Bit wesentlich höher als bei einer herkömmlichen CD. Bei R-DAT-Verfahren sind die Rekorder ähnlich aufgebaut, wie bei einem VHS-Videorekorder. Die Schreib-Leseköpfe haben eine 20prozentige Schräglage und arbeiten nach dem Azimut-Aufnahmeverfahren. Neben dem Audiosignal werden noch zusätzliche Informationen während der Aufnahme hinzugefügt, beispielsweise Titel, Interpret, Tracklänge und Aufnahmedatum.

Hinweis zur Praxis: Verbreitet sind Aufnahmen in 16 Bit bei 44,1/48 kHz; ein 32-kHz-Longplay-Modus (12 Bit, nichtlinear) existiert. Professionelle Recorder können erweiterte Modi unterstützen; im Alltag dominiert jedoch die standardisierte PCM-Aufzeichnung mit robuster Fehlerkorrektur und Subcode-Verwaltung (u. a. Start-/ID-Marken, Zeitcodes).

Ähnlich einer Audio-CD ist ein DAT-Rekorder in der Lage, über eine Startmarkierung im Suchlauf einen bestimmten Titel anzusteuern. Die DAT-Kassette besitzt eine Größe von 7,3 x 5,4 cm und ist vollständig geschützt. Erst im DAT-Rekorder wird das eigentliche Band über eine spezielle Mechanik zugänglich gemacht. Die relative Bandgeschwindigkeit ist auf 313 Zentimeter pro Sekunde ausgelegt und erlaubt dadurch eine sehr hohe Aufnahmequalität. Pro Minute wird folglich ungefähr ein halber Meter Bandmaterial verbraucht. Hierdurch sind im Normalfall Spielzeiten von bis zu 180 Minuten möglich. Die Spielzeit wird halbiert, wenn die Aufnahmen mit doppelter Abtastfrequenz erstellt wurden.

Technische Kernelemente:

  • Helical-Scan mit Azimut-Winkeln: Schrägspuraufzeichnung reduziert Übersprechen und ermöglicht hohe Datendichten.
  • Fehlerkorrektur: Mehrstufige Codes (z. B. auf Reed-Solomon basierend) kompensieren Dropouts und Bandunregelmäßigkeiten.
  • Subcode/IDs: Indexmarken, Absolute Time (ATIME) und Program Time (PTIME) erleichtern den gezielten Zugriff.
  • Bandmaterial: 4-mm-Magnetband (ME/MP), Kassetten mit Schreibschutzschieber, Gehäuse mit Schutzklappe.
  • Kompatibilität: Audio-DAT und DDS nutzen unterschiedliche Datenformate; Austauschbarkeit ist geräte- und generationsabhängig.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Audio-Kassette werden DAT-Kassetten nur in einer Richtung bespielt. Während die ersten DAT-Verfahren nur eine Abtastrate von 32, 44,1 und 48 kHz erlaubte, war es erst 1990 möglich eine einzelne Kopie einer CD mit einer digitalen Abtastrate von 44,1 kHz zu erstellen. Wegen der hohen Kopierschutzfunktionen war es nicht möglich, eine Kopie von einer anderen DAT-Kassette zu erstellen. Neben den stationären DAT-Rekordern wurde 1990 auch der erste mobile DAT-Rekorder, der DATman auf den Markt gebracht. Er bot eine Batterielaufzeit von 2 Stunden. Im Studiobereich ist DAT nach wie vor zu finden.

DDS-Weiterentwicklungen (Datenvarianten): Aufbauend auf derselben 4-mm-Grundtechnik wurden mehrere Generationen für die IT entwickelt – von DDS-1/DDS-2 über DDS-3/DDS-4 und DAT-72 bis hin zu DAT-160 und DAT-320. Letztere erreichten nominell hohe zweistellige bis dreistellige Gigabyte-Kapazitäten (komprimiert) pro Band. Viele dieser Laufwerke sind inzwischen abgekündigt; vorhandene Medien bleiben für Archivzugriffe jedoch relevant.

Praxis- und Archivtipps:

  • Lagerung: Kühl, trocken, staubfrei (z. B. 18–23 °C, moderate Luftfeuchte), fern von Magnetfeldern.
  • Schonender Betrieb: Regelmäßige Bandbewegung (Vor-/Zurückspulen), um Bandschlaufen zu vermeiden; nur saubere, spezifikationskonforme Reinigungskassetten sparsam einsetzen.
  • Medienwahl: Lange Spielzeiten (z. B. 180 Min.) nutzen dünneres Band und sind mechanisch empfindlicher – für kritische Inhalte kürzere Längen bevorzugen.
  • Migration: Für langfristige Verfügbarkeit empfiehlt sich rechtzeitiges Überspielen/Einlesen auf aktuelle Speichersysteme.

Häufige Fragen und Antworten

Was bedeutet die Abkürzung DAT?

Hinter der Abkürzung DAT verbirgt sich die Bezeichnung Digital Audio Tape, ein spezielles digitales Tonband.

Wie ist die Tonqualität von DAT-Kassetten?

Die Tonqualität von DAT-Kassetten ist weitgehend vergleichbar mit der heutigen CD. Das Aufzeichnungsformat und die Tonqualität sind hochwertig und bieten eine hohe Klangqualität.

Wofür werden DAT-Kassetten eingesetzt?

DAT-Kassetten werden hauptsächlich als Backup-Band für Computersicherungen oder für spezielle Nischenlösungen verwendet. Im professionellen Bereich werden sie auch für digitale Aufnahmen in Studios eingesetzt.

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Bildnachweis: iStock.com/malerapaso

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