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Firewire Definition & Begriffserklärung

FirewireUnter der Bezeichnung Firewire versteht man einen seriellen Anschluss für Computer-Peripheriegeräte wie Kameras oder Festplatten, bei denen es auf eine hohe Übertragungsgeschwindigkeit ankommt. Andere Bezeichnungen für Firewire sind IEEE 1394 oder auch iLink. Während die letzte Bezeichnung von der Firma SONY eingeführt wurde, steht der Name Firewire für eine Implementierung der Firma Apple, die den ursprünglichen Standard bereits im Jahre 1987 entwickelt hat. Für Anwendungen am PC ist IEEE 1394 gebräuchlich, aber in der Umgangssprache hat sich auch hier der Begriff Firewire durchgesetzt.

Obwohl Firewire bereits Ende der 80er Jahre entwickelt wurde, verschwanden die Pläne für längere Zeit in der Schublade. Erst 1995 erfolgte eine allgemeine Standardisierung unter der Bezeichnung IEEE 1394. Apples Idee für Firewire lag nicht so sehr in der später gebräuchlichen Anwendung für reine Speicherzwecke (etwa von Festplatte oder Camcorder zum Computer), sondern in der Einrichtung kompletter Netzwerke. Die Zukunftsvision von Apple sah vor, sämtliche Geräte im Haushalt über Firewire miteinander zu vernetzen. Mittlerweile hat sich diese Vision aber angesichts der technischen Entwicklungen nicht durchsetzen können.

Obwohl Firewire durchaus mit hohen Geschwindigkeiten und leichter Vernetzbarkeit beeindruckte, setzte sich ab Ende der 1990er Jahre USB als serielle Schnittstelle an Computern und Peripheriegeräten durch. Da Firewire vor allem in den späteren Standards noch deutlich schneller war als die ersten USB-Anwendungen, gab es zwischen 1998 und 2005 eine Phase, in der die meisten digitalen Camcorder mit Firewire ausgestattet wurden. Für die Übertragung von digitalen Videodaten war USB 1.0 deutlich zu langsam.

Digitale Videobearbeitung mit Firewire

Ebenfalls durch die hohen Datenraten inspiriert, brachten viele Festplattenhersteller externe Modelle zum direkten Anschluss an den Computer heraus, die mit Firewire arbeiteten. Zu dieser Zeit verfügten die meisten neuen Computer über einen entsprechenden Anschluss, der zudem durch den Einbau einer Erweiterungskarte kostengünstig nachgerüstet werden konnte. Damals war Firewire eine der sinnvollsten Möglichkeiten, große Datenmengen in kurzer Zeit zu übertragen. Das machte IEEE 1394 auch so attraktiv für Videobearbeitung. Die seriellen Kabel konnten während des Betriebs an- und abgesteckt werden und benötigten in der Regel keine gesonderten Treiber.

Die Kommunikation zwischen Computersoftware und Kamera war direkt implementiert und erforderte keine besonderen Kenntnisse der Anwender. Für viele Freunde der Videobearbeitung war Firewire auch aus einem anderen Grund interessant: Um einmal bearbeitete Videofilme in hoher Qualität auszuspielen, gab es nicht viele Möglichkeiten. Üblich war damals das direkte Ausspielen bearbeiteter Filme auf ein Masterband im VHS-Format, allerdings im analogen Verfahren. Da dies im Hinblick auf erneute Bearbeitung nachteilig war, wollte man eine digitale Kopie.

Um einen unkomprimierten Videofilm zu speichern, blieb der Export auf Festplatten oder DVD-Rohlinge, deren relativ niedrige Speicherkapazität aber eine Komprimierung erforderte, die wiederum mit einem Qualitätsverlust einherging. Verfügte man allerdings über einen Camcorder, der die Filme nicht nur über Firewire exportieren, sondern auch in umgekehrter Weise auf Band speichern konnte, war das unkomprimierte Ausspielen des bearbeiteten Materials vom Computer auf ein DV oder Mini-DV-Band möglich. Bei vielen Camcordern konnte diese Funktion später freigeschaltet werden, teurere Modelle hatten sie bereits eingebaut.

Massenspeicher verwenden heute kaum noch Firewire

Mit der Einführung von USB 2.0 verlor Firewire wieder an Bedeutung. Obwohl es eine Weiterentwicklung mit noch höheren Datenraten gab, setzte sich USB 2.0 (auch aufgrund seiner Abwärtskompatibilität mit alten USB-Geräten) immer mehr durch. Heute werden Computer kaum noch mit Firewire-Schnittstellen ausgeliefert, verfügen dafür aber meist über mehrere Anschlüsse für USB. Speziell bei den Peripheriegeräten (wie Mobiltelefonen und Digitalkameras) haben sich USB oder auch Mini-USB und Micro-USB durchgesetzt.

Da digitale Camcorder aufgrund der Fortschritte bei den Massenspeichern heute kaum noch Bänder verwenden, sondern Daten direkt auf Speicherkarten oder interne Speicher schreiben, hat auch hier der USB-Standard die Anschlüsse für Firewire inzwischen abgelöst. Hierzu hat die rasche Verbreitung kabelloser Netzwerke (WiFi bzw. WLAN) beigetragen. Es gibt zwar auch kabellose Implementierungen und Weiterentwicklungen von Firewire, doch scheint ein Durchbruch aufgrund der hinreichenden Fähigkeiten und großen Verbreitung von USB, Ethernet und WiFi kaum noch wahrscheinlich.

Auch Apple verabschiedet sich von Firewire

Firewire an sich hätte durchaus Potenzial gehabt, den Platz von USB an modernen Kommunikationsgeräten einzunehmen, bzw. zu behalten. Auch Firewire ist ein serieller Bus, der bei Verwendung eines sechspoligen Anschlusses auch die Stromversorgung des angeschlossenen Gerätes übernehmen kann. Bei vierpoligen Varianten (die aus Platzgründen meist in Camcordern und Notebooks verwendet wurden) ist dies jedoch nicht möglich. Im Unterschied zu USB ist bei Firewire die Stromversorgung nicht standardisiert, es können also unterschiedliche Spannungen anliegen. Während USB meist mit 5 Volt arbeitet, kann Firewire je nach Bedarf des Endgerätes zwischen 8 und 30 Volt bereitstellen. In der Regel werden aber 12 Volt verwendet.

Auch bei Festplatten hat sich inzwischen der USB-Anschluss durchgesetzt, obwohl Firewire bei den Anwendern sehr beliebt war. Da aber immer weniger neu verkaufte Computer über einen entsprechenden Anschluss verfügen, ist Firewire bei externen Festplatten auf dem Rückzug. Selbst der Erfinder des Standards hat aufgegeben: Wurden die frühen iPods noch sowohl mit einem USB-Kabel als auch mit einem Firewire-Kabel ausgeliefert, verzichtet man dort heute gänzlich auf eine Implementierung von Firewire, da die Kunden fast nur noch Geräte mit USB verwenden und die Datenübertragungsraten für die Musik- und Videoübertragung ausreichend ist.

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