Kaltstart

Die meisten Rechnersysteme arbeiten in der Regel recht zuverlässig. Manchmal kann es jedoch vorkommen, dass ein
Computer abstürzt und auf keine Tastatureingaben mehr reagiert. Die Ursachen sind recht vielfältig. Häufig verursachen die eingesetzten
Programme einen Absturz.
Speicherüberläufe oder eine Kollision mit anderen Programmen können für einen Fehler sorgen. Aber auch Hardwaredefekte lassen einen Rechner schon einmal komplett ausfallen, beispielsweise wenn ein Speicherriegel defekt ist. Zu diesem Zweck muss der Rechner wieder neu gestartet werden. Durch einen Reset wird das Computersystem wieder in den vorgeschriebenen Anfangszustand zurückversetzt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für einen Neustart.
Der Kaltstart im Unterschied zu anderen Resetmöglichkeiten
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Bei jedem Hochfahren eines Rechners führt dieses einen automatischen Reset aus. Hierbei überprüft das Computersystem durch einen Selbsttest, ob die angeschlossene
Hardware ordnungsgemäß angeschlossen ist. Ebenso werden die Speicherbausteine auf mögliche Fehler überprüft. Während des laufenden Betriebes können drei Resetmöglichkeiten vorgenommen werden. Über den bekannten „Affengriff“ (Strg+Alt+Entf) wird über die Tastatur ein sogenannter
Warmstart beziehungsweise Reboot durchgeführt. Dieser Neustart kann aber auch durch einen Softwarebefehl vorgenommen werden. Der Hardware-Reset wurde in früheren Zeiten auch als Kaltstart bezeichnet. Er wird durch Betätigen einer Resettaste am
Computer ausgelöst. In der Regel nutzt man diese Möglichkeit, wenn das System auf keine weiteren Eingaben mehr reagiert. Der Hardware-Reset bewirkt, dass das Computersystem einschließlich des Betriebssystems wieder neu gestartet wird. In modernen PCs kann man im BIOS die Funktionsweise des Hardware-Resets einstellen. So ist es hierüber möglich, vor dem Reset den Rechner ordnungsgemäß herunterzufahren und offene
Dateien vorher abzuspeichern. Bei manchen PC-Gehäusen besteht der Resetschalter aus einem versenkten kleinen Knopf, der nur durch einen spitzen Gegenstand, beispielsweise mit einem Kugelschreiber, aktiviert werden kann.
Der eigentliche Kaltstart
In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass ein Rechner auch nicht mehr auf das Drücken der Resettaste reagiert. Hier ist dann nur noch die Unterbrechung der Stromversorgung möglich. Die älteren PC-Gehäuse besaßen auf der Rückseite oder an der Seite noch einen großen An- und Ausschalter. Hierüber wurde der PC gestartet und konnte nach dem Herunterfahren des Betriebssystems ausgeschaltet werden. Neuere PCs besitzen diesen Schalter kaum noch. Von daher muss der Rechner manuell vom Stromnetz getrennt werden. Praktisch haben sich hier die Steckerleisten mit beleuchtetem Schalter erwiesen. Ein Kaltstart sollte nur als allerletzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Sämtliche Hardware wird augenblicklich vom Stromnetz getrennt und können daher beschädigt werden. Festplattenlaufwerke sind nicht mehr in der Lage, ihre empfindlichen Schreib- und Leseköpfe in die Ruheposition zu bringen. Verständlicherweise sind bei einem Kaltstart auch alle momentan verarbeitenden
Daten verloren, wenn sie nicht vorher abgespeichert wurden. Der Kaltstart stellt damit die radikalste und stärkste Form des Reset dar. Nach dem Wiederhochfahren des Systems können sich teilweise noch beschädigte Dateifragmente auf der
Festplatte befinden. Schlimmstenfalls kann auch der
Master Boot Record oder gar die Partition beschädigt sein, so dass das Betriebssystem wieder neu aufgespielt werden muss.