
Adobe AIR oder einfach nur AIR steht für Adobe Integrated Runtime und bezeichnet eine plattformübergreifende Laufzeitumgebung, die Anwendungen außerhalb des Browsers ausführt. Historisch lief AIR auf Microsoft Windows, Mac OS X, iOS, Android, BlackBerry OS und zahlreichen Linux-Derivaten bis hin zum Kernel 2.6. AIR wurde ursprünglich von Adobe Systems entwickelt und befand sich seinerzeit in Version 3.3.0. Heute wird Adobe AIR von HARMAN (ein Unternehmen der Samsung-Gruppe) aktiv weiterentwickelt; es existieren aktuelle Hauptreleases mit laufenden Funktions- und Sicherheitsupdates für moderne Desktop- und Mobilplattformen.
Die Laufzeitumgebung dient dazu, Rich Internet Applications (RIA) und hybride Anwendungen so zu entwickeln und zu nutzen, als wären es klassische Desktopprogramme. Neben HTML/JavaScript-Unterstützung in frühen AIR-Generationen setzte sich im Laufe der Zeit vor allem die Entwicklung mit ActionScript 3 (AS3), MXML und dem AIR SDK & Compiler durch. Für grafisch anspruchsvolle Apps stehen GPU-nahe APIs wie Stage3D zur Verfügung. In Kombination mit Frameworks (z. B. auf AS3-Basis) lassen sich performante Desktop- und Mobile-Anwendungen erstellen, die sich nahtlos paketieren und verteilen lassen.
Für die Entwicklung, das Packaging und die Bereitstellung nutzt AIR unterschiedliche Werkzeuge. Historisch spielte Adobe Dreamweaver bei HTML/JS-basierten AIR-Apps eine Rolle; heute werden AIR-Projekte in der Praxis primär mit dem AIR SDK & Compiler, Adobe Animate oder IDEs mit Build-Integration erstellt. Die API-Schnittstellen der Laufzeit erlauben den Zugriff auf das Dateisystem (inkl. Lese-/Schreiboperationen), Netzwerkkommunikation über TCP/IP, die Verwendung von binären Sockets sowie systemnahe Komfortfunktionen wie Copy & Paste und Drag & Drop. Zusätzlich unterstützt AIR die Arbeit mit eingebetteten SQLite-Datenbanken. Über AIR Native Extensions (ANE) können Entwickler auf native Funktionen der Zielplattform zugreifen. Adobe AIR richtet sich damit klar an professionelle Anwender und Entwickler, die robuste, verteilbare Anwendungen für Desktop und Mobile benötigen.
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Mit Adobe AIR lassen sich Anwendungen plattformübergreifend entwickeln und bereitstellen. Die Laufzeit und die mit ihr erstellten Apps laufen unabhängig vom jeweiligen Betriebssystem. Traditionell wurden alle großen Betriebssysteme wie Microsoft Windows, Mac OS X sowie zahlreiche Linux-Derivate bis zum Linux-Kernel 2.6 unterstützt.
Im Zuge des mobilen Booms kamen weitere Zielplattformen hinzu. So wurden – je nach Version – Geräte und Systeme wie Android, iOS, Windows Phone und BlackBerry OS bedient. Aktuell konzentriert sich die Weiterentwicklung vor allem auf Windows, macOS, Android und iOS. Historische Plattformen (z. B. Linux-Desktop, Windows Phone, BlackBerry OS) spielen praktisch keine Rolle mehr oder werden nicht mehr aktiv gepflegt.
- Windows: Moderne Windows-Versionen (64-Bit) werden unterstützt; Anwendungen können als eigenständige Pakete mit captive runtime ausgeliefert werden.
- macOS: Unterstützung aktueller macOS-Versionen inkl. Notarisierung/Signierung. Apple-Silicon-Unterstützung ist – je nach Build – nativ oder via Rosetta möglich.
- Android: Packaging als APK, regelmäßige Updates für aktuelle Android-API-Level, Berechtigungsmodell und App-Signing.
- iOS: Ahead-of-Time-Kompilierung (AOT) für ARM64, Packaging als IPA inkl. Provisioning/Code-Signing und Einhaltung der Store-Richtlinien.
Entwickler können somit unabhängig von Arbeits- und Zielplattform Desktop- und Mobile-Anwendungen erstellen, die über die Adobe Integrated Runtime lauffähig sind. Das captive runtime-Modell erhöht die Stabilität, da die benötigte Laufzeit direkt mit der Anwendung ausgeliefert wird.
Versionen und Updates
Adobe AIR 1.0
Bereits in der ersten Version standen den Entwicklern alle Kernfunktionen von Adobe AIR zur Verfügung. So war ein direkter Zugriff auf das Dateisystem möglich und die Programmierung erfolgte mit Zugriff auf eine SQLite-Datenbank. Die Programmierer konnten auf eine TCP/IP-Verbindung zurückgreifen; auch die Nutzung der binären Sockets war bereits implementiert. Grundfunktionen wie Kopieren und Einfügen (Copy & Paste) sowie das leichte Verschieben von Objekten und Dateien per Drag & Drop wurden ebenfalls mit der Version 1.0 von Adobe AIR eingeführt.
Adobe AIR 2.0
Das erste große Funktionsupdate brachte die Version 2.0. Vor allem die Verbesserung der Barrierefreiheit und die Unterstützung für Multi-Touch-Geräte wie Tablet-Computer und Smartphones waren große Schritte in der Entwicklung der Laufzeitumgebung. Des Weiteren ermöglichte das Update auf Adobe AIR 2.0 eine direktere Kommunikation zwischen der Laufzeitumgebung und Audiogeräten sowie eine tiefere Integration auf Systemebene. Adobe AIR 2.0 wurde ressourcenschonender: CPU-Last und Arbeitsspeicherbedarf wurden optimiert.
Adobe AIR 2.5
Adobe Systems veröffentlichte am 24. Oktober 2010 die Version Adobe AIR 2.5. Die Unterstützung von iOS-, BlackBerry-OS- und Android-Betriebssystemen wurde implementiert und stellte einen wichtigen Schritt in Richtung des mobilen Internets dar. Gerade Android-Geräte nahmen eine immer wichtigere Position im Tablet- und Smartphone-Markt ein und Adobe AIR war nun in der Lage, diese zu unterstützen.
Video- und Bildmaterial in High Definition (HD) wurde ein immer bedeutenderer Faktor in der Multimediawelt, und so wurde mit Adobe AIR 2.5 auch eine H.264-Hardwarebeschleunigung für HD- und Full-HD-Material eingeführt.
Adobe AIR 2.7
Die Version 2.7 ist seitens Adobe Systems als Bugfix-Release zu sehen. Einige kleinere Fehler wurden behoben und die native Unterstützung für Linux-Distributionen sowie das Nintendo-Betriebssystem wurden gestrichen.
Adobe AIR 3.0 bis Adobe AIR 3.3
Mit dem Release 3.0 wurden weitere Internetstandards eingeführt, die eine bessere Zusammenarbeit mit Flash-, Bild- und Videomaterial ermöglichen, und mehrere Fehler im Programmcode behoben. Die folgenden Updates bis hin zur damals aktuellen Version 3.3 verbesserten das Graphical User Interface (GUI) und brachten zusätzliche Bugfixes sowie Patches.
Spätere Adobe-Releases (bis AIR 32)
In den nachfolgenden Jahren wurden die Grafik- und Multimediafähigkeiten (u. a. Stage3D), die System-APIs, Sicherheit und Performance kontinuierlich ausgebaut. Die letzte von Adobe veröffentlichte Hauptlinie endete bei AIR 32, inklusive zahlreicher Sicherheitsupdates und Anpassungen an neue Betriebssystemversionen.
HARMAN AIR ab Version 33.x (heute)
Seit der Übergabe an HARMAN wird AIR unter fortlaufender Versionspflege weiterentwickelt. Dazu zählen:
- Regelmäßige Sicherheits- und Stabilitätsupdates für Windows, macOS, Android und iOS.
- Aktualisierte Toolchains im AIR SDK & Compiler (ASC 2.0) für moderne Build-Umgebungen.
- 64-Bit-Unterstützung und konforme Code-Signierung/Notarisierung auf den jeweiligen Plattformen.
- Android- und iOS-Anpassungen an neue API-Levels, Berechtigungsmodelle, Store-Vorgaben und ARM64-Anforderungen.
- Empfohlenes captive runtime-Packaging für reproduzierbare Laufzeitbedingungen.
Hinweis: Ältere Informationen (z. B. zu Linux-Desktop-Support oder BlackBerry/Windows Phone) sind historisch relevant, werden aber in aktuellen HARMAN-Releases nicht mehr aktiv fortgeführt.
Kompatible Programme und Anwendungen
Die Adobe AIR Laufzeitumgebung arbeitete seitens Adobe Systems mit dem HTML-/Webdesign-Programm Adobe Dreamweaver zusammen, insbesondere für HTML/JS-basierte AIR-Anwendungen. Der Anwender kann jederzeit auf einen anderen Editor seiner Wahl umsteigen. In der Praxis werden AIR-Apps heute überwiegend mit dem AIR SDK & Compiler (Kommandozeile), Adobe Animate oder IDE-Integrationen erstellt. AIR Native Extensions (ANE) ermöglichen tiefere Systemintegration.
Adobe Flex, Microsoft Silverlight, Mozilla Prism und JavaFX sind bekannte Technologien aus der RIA-/Hybrid-App-Ära; sie standen in direktem Wettbewerb oder ergänzten Entwicklungsszenarien und wurden teils parallel eingesetzt. Für AIR-Projekte waren darüber hinaus Frameworks aus dem AS3-Ökosystem (z. B. für 2D-/3D-Grafik oder UI) verbreitet, um plattformübergreifende Benutzeroberflächen performant umzusetzen.
Häufige Fragen und Antworten
Was ist Adobe AIR?
Adobe AIR (Adobe Integrated Runtime) ist eine Laufzeitumgebung für plattformübergreifende Anwendungen außerhalb des Browsers. Sie ermöglicht es, Rich Internet Applications wie klassische Desktop- oder Mobile-Apps zu entwickeln und zu verteilen. Ursprünglich von Adobe entwickelt, wird AIR heute von HARMAN aktiv gepflegt.
Kernpunkte:
- Unterstützung für Windows, macOS, Android und iOS.
- Entwicklung mit ActionScript 3/MXML sowie Packaging via AIR SDK & Compiler; historische HTML/JS-Unterstützung.
- Zugriff auf Dateisystem, Netzwerk (TCP/IP, Sockets), Zwischenablage, Drag & Drop und SQLite.
- Erweiterbarkeit über AIR Native Extensions (ANE) für native Funktionen.
Welche Plattformen werden von Adobe AIR unterstützt?
Historisch: Windows, Mac OS X, diverse Linux-Distributionen sowie mobile Systeme wie Android, iOS, Windows Phone und BlackBerry OS. In der aktuellen Praxis fokussiert sich AIR auf Windows, macOS, Android und iOS.
Details:
- Desktop: Windows (x64), macOS (aktuelles macOS mit Notarisierung/Signierung). Linux-Desktop wurde in frühen Versionen unterstützt, heute jedoch nicht mehr aktiv weitergeführt.
- Mobile: Android (APK, aktuelle API-Levels) und iOS (ARM64, AOT-Kompilierung, Code-Signing).
- Legacy: Windows Phone und BlackBerry OS werden nicht mehr gepflegt.
Welche Versionen und Updates gibt es für Adobe AIR?
Von AIR 1.0 (Grundfunktionen wie Dateisystemzugriff, SQLite, TCP/IP, Drag & Drop, Copy & Paste) über AIR 2.x (Multi-Touch, Audio-Integration, Performanceverbesserungen) und AIR 3.x (erweiterte Medien- und Grafik-APIs, u. a. Stage3D) bis AIR 32 hat Adobe zahlreiche Verbesserungen ausgeliefert.
Seit AIR 33.x führt HARMAN die Entwicklung fort: regelmäßige Sicherheitsupdates, moderne Toolchains, 64-Bit-Support, Plattformsignierung/Notarisierung und fortlaufende Anpassungen an neue Windows-, macOS-, Android- und iOS-Versionen. Das captive runtime-Modell ist der empfohlene Standard für stabile Deployments.
Mit welchen Programmen und Anwendungen ist Adobe AIR kompatibel?
Adobe AIR arbeitet(e) mit Adobe Dreamweaver für HTML/JS-Apps zusammen; heute dominieren AIR SDK & Compiler und Adobe Animate. Entwickler setzen häufig IDEs oder Build-Skripte ein und erweitern AIR-Funktionalität über ANE.
Weitere Technologien wie Adobe Flex, Microsoft Silverlight, Mozilla Prism oder JavaFX zählen zur RIA-/Hybrid-App-Familie und wurden je nach Projektziel als Alternativen oder Ergänzungen eingesetzt.






