Das Risiko eines Datenverlusts ist hoch. Als risikomindernde Maßnahme hat sich das regelmäßige Abspeichern von Daten auf einem externen Datenträger bewährt. Die als „Datensicherung“ oder „Backup“ bekannte Maßnahme ermöglicht verloren gegangene Daten durch Rückkopieren wiederherzustellen. Besonders wirkungsvoll ist eine konsequent geplante Volldatensicherung/Komplettsicherung als Grundlage für eine schnelle Notfall-Wiederherstellung. Für belastbare Ergebnisse sollten Backups automatisiert, versioniert und nach der 3‑2‑1‑Regel organisiert sein (drei Kopien, zwei Medientypen, eine Kopie extern/offsite).
Viele Datensicherungsverfahren existieren. Eine davon nennt sich „Volldatensicherung“, manche kennen sie unter dem Namen „full backup“ oder „Komplettsicherung“. Im Gegensatz zu anderen Datensicherungsverfahren werden bei der Volldatensicherung zum Sicherungszeitpunkt nicht nur modifizierte, gelöschte oder neu hinzugekommene Daten gespeichert. Es wird der komplette Satz zu sichernder Daten kopiert und als gesichert markiert. Weil der gesamte Datenbestand erfasst wird, ist die Volldatensicherung die verlässlichste Basis für eine vollständige Wiederherstellung (Restore). Sie ist in heterogenen Umgebungen (Windows 7/10/11, macOS, Linux), bei Servern, Workstations und Notebooks gleichermaßen relevant und verbessert sowohl das RPO (Recovery Point Objective) als auch das RTO (Recovery Time Objective), insbesondere in Kombination mit inkrementellen Folgesicherungen.
Zwei Arten der Volldatensicherung werden unterschieden, nämlich die Dateiensicherung sowie die Speicherabbildsicherung. Beide verfolgen das Ziel einer vollständigen Sicherung, unterscheiden sich jedoch im Ansatz (dateibasiert vs. blockbasiert), in der Geschwindigkeit und in der Art der Wiederherstellung.
Dateiensicherung – das klassische Verfahren
Die Dateiensicherung ist das klassische Datensicherungsverfahren. Manche nennen sie auch „klassische Datensicherung“. Bei der Dateiensicherung wird Datei für Datei auf einen externen Datenträger kopiert. Ergebnis ist eine Sicherungskopie. Sie gestattet verlorene Dateien leicht wiederzufinden und damit einfach wiederherzustellen. Besonders sinnvoll ist sie für Benutzerprofile, Projektdaten, Dokumente, Bilder, E‑Mails, Datenbanken mit Export-Funktionen und geteilte Team-Laufwerke. Den Vorteilen der Dateiensicherung stehen mehrere Nachteile gegenüber:
- Die Dateiensicherung kostet viel Zeit. Um eine Datei nach der anderen auf den externen Datenträger zu schaufeln, vergehen mehrere Stunden, in Einzelfällen mehrere Tage.
- Mit der Dateiensicherung können das Betriebssystem, aber auch seine Einstellungen nicht gesichert werden.
- Die Dateiensicherung erfordert das Ändern von Verwaltungstabellen externer Datenträger. Zeitprobleme sind die Folge, wenn viele kleine Dateien zu sichern sind.
- Die Dateiensicherung benötigt viel externen Speicherplatz.
- Geöffnete oder gesperrte Dateien (z. B. Datenbanken, PST-Archive) lassen sich ohne Schattenkopie-Mechanismen oft nicht konsistent sichern.
- Komplexe Metadaten (NTFS-ACLs, Hardlinks, erweiterte Attribute, Streams) können je nach Tool nur eingeschränkt übernommen werden.
- Bei sehr großen Verzeichnisbäumen entstehen engpassreiche „IO‑Kleinlasten“ (viele kleine I/O‑Operationen), die die Backup-Fenster verlängern.
- Eine Bare‑Metal‑Wiederherstellung (kompletter Systemstart auf neuer Hardware) ist mit reiner Dateisicherung nicht möglich.
Best Practices für die Dateiensicherung:
- Konsistenz: Nutzung von Volume Shadow Copy (Windows VSS), APFS‑Snapshots (macOS) oder LVM‑Snapshots (Linux) für konsistente Stände.
- Optimierung: Komprimierung und Deduplizierung reduzieren Speicherverbrauch; sinnvolle Ausschlusslisten (Cache, Temp, Systemordner) beschleunigen die Sicherung.
- Sicherheit: Verschlüsselung der Sicherung (z. B. AES‑256) und getrennte Aufbewahrung (Offsite/Offline) schützen vor Ransomware.
- Qualitätssicherung: Regelmäßige Test‑Restores, Protokollprüfung, Checksummen/Hash‑Validierung und Monitoring.
- Planung: Zeitgesteuerte Jobs außerhalb der Hauptnutzungszeiten, priorisierte Sicherung geschäftskritischer Daten.
Speicherabbildsicherung – Datensicherungsverfahren mit dem Turbo
Manche Nachteile der Dateiensicherung kennt die Speicherabbildsicherung nicht. Was aber genau ist eine Speicherabbildsicherung? Sie ist ein Datensicherungsverfahren, bei der der komplette Datenträger oder eine Partition durch ein 1:1-Abbild gesichert wird. Statt einzelne Dateien zu verarbeiten, werden belegte Blöcke sektorweise gelesen – das ist effizient, konsistent und sehr schnell.
Ergebnis der Speicherabbildung-Sicherung ist ein 1:1 Abbild zu sichernder Daten. Jenes bezeichnen manche mit dem englischen Wort „Image“. Der Begriff stand Pate für das englischsprachige Synonym des Begriffs „Speicherabbildsicherung“. Es lautet „image backup“ und wird auch im Deutschen oft verwendet. Ein Systemabbild bildet neben Dateien auch Bootsektoren, Partitionslayout (MBR oder GPT/UEFI) und Dateisystem-Metadaten ab.
Die Speicherabbildsicherung ermöglicht eine oder mehrere Partitionen zu sichern. Der Begriff „Partition“ stammt aus der englischen Sprache. Seine deutsche Übersetzung lautet (Ver- oder Auf-) Teilung. In der Informatik bezeichnet eine Partition einen zusammenhängenden Bereich eines Speichers, z.B. den zusammenhängenden Teil einer Festplatte. Ein Speicher kann aus mehreren Partitionen bestehen. Betriebssysteme behandeln Partitionen wie physische Laufwerke. Jede Partition besitzt ihr eigenes Dateisystem. Partitionen generiert der Computernutzer, indem er sie anlegt.
Die Aufteilung eines Speichers in Partitionen gestattet dem Computernutzer verschiedene Dateisysteme auf einem physischen Datenträger anzulegen. Von Vorteil ist die Partitionierung eines Speichers für die Speicherabbildsicherung. Dies sei anhand eines Beispiels verdeutlicht:
Ein Computernutzer legt das Betriebssystem samt Benutzereinstellungen, die Daten eines Systems, die Anwendungsprogramme und die Benutzerdaten auf einer Festplatte in verschiedenen Partitionen ab. Eine derartige Speicheraufteilung gestattet ihm eine separate Speicherabbildsicherung des Betriebssystems samt Benutzereinstellungen, der Daten eines Systems, der Anwendungsprogramme oder der Benutzerdaten.
Das Beispiel veranschaulicht nicht nur die Vorteile einer Speicherpartitionierung in Bezug auf die Speicherabbildsicherung. Sie macht auch einen wesentlichen Unterschied zwischen der Speicherabbildsicherung und der Dateiensicherung deutlich. Die Speicherabbildsicherung gestattet das Betriebssystem samt Benutzereinstellungen zu sichern, die Dateiensicherung nicht. Damit ist auch eine Bare‑Metal‑Wiederherstellung auf identischer oder abweichender Hardware möglich, was Ausfallzeiten signifikant reduziert.
Ergebnis der Speicherabbildsicherung ist ein 1:1-Abbild. Jenes unterscheidet sich von einer Sicherungskopie dadurch, dass es auch Informationen über die Dateisystemstruktur des ursprünglichen Datenträgers enthält. Der Unterschied macht sich beim Wiederherstellen von Daten bemerkbar. Das 1:1-Abbild der Speicherabbildsicherung gestattet Daten schneller wiederherzustellen als eine bei einer Dateiensicherung entstandene Sicherungskopie. Ferner ist eine Speicherabbildsicherung wesentlich schneller als eine Dateiensicherung. Der Grund: Die Speicherabbildsicherung gestattet spezielle Hardwarefunktionen zu nutzen.
Warum „mit dem Turbo“?
- Blockbasiert statt dateibasiert: Es werden nur belegte Blöcke gelesen („used‑block copy“), was die Datentransferrate maximiert.
- Snapshots für Konsistenz: VSS (Windows), APFS‑Snapshots (macOS) und LVM/Btrfs‑Snapshots (Linux) liefern konsistente Abbilder – auch von laufenden Systemen und Datenbanken.
- Beschleuniger: Paralleles Lesen/Schreiben (Multithreading), Komprimierung, Deduplizierung, Hardware‑Offloading und sequentielle I/O‑Muster verkürzen das Backup‑Fenster.
- Schneller Restore: Images können gemountet werden (Datei‑Restore) oder vollständig zurückgeschrieben werden (System‑Restore). Dadurch sinkt das RTO deutlich.
- Modern und kompatibel: Unterstützung für UEFI/GPT (aktuelle Systeme, z. B. Windows 10/11, macOS Sonoma) und weiterhin für MBR/BIOS (ältere Systeme, z. B. Windows 7) – beides lässt sich sichern und wiederherstellen.
- Verschlüsselung & Integrität: Optional verschlüsselte Image‑Container, Prüfsummen/Hashes und automatisierte Verifikationsläufe erhöhen Sicherheit und Verlässlichkeit.
Hinweise für SSDs und moderne Speicher: TRIM/Wear‑Leveling beeinflussen die physische Datenlage nicht negativ für logisch konsistente Abbilder; gesichert werden die logischen Datenblöcke des Dateisystems. Bei aktivierter Laufwerksverschlüsselung (z. B. BitLocker/FileVault) sollten Images im entsperrten Zustand über einen Snapshot erstellt werden, um Wiederherstellung und Einzeldatei‑Zugriff zu erleichtern.
Vorteile der Volldatensicherung für die Datenwiederherstellung
Ob Dateiensicherung oder Speicherabbildsicherung: Einen großen Vorteil bieten beide Arten der Volldatensicherung: Zum Zeitpunkt des Wiederherstellens liegen die Daten für den Zeitpunkt der letzten Sicherung vollständig vor. Das reduziert Datenlücken und beschleunigt die Wiederanlaufzeit. Der Vorteil zahlt sich allerdings nur aus, wenn zum Wiederherstellungszeitpunkt die letzte Volldatensicherung noch nicht allzu lange zurücklag. Praxisempfehlung: Eine periodische Komplettsicherung (z. B. wöchentlich) kombiniert mit nachgelagerten inkrementellen Sicherungen (täglich) schafft ein optimales Verhältnis aus Datensicherheit, Speicherbedarf und Zeitaufwand.
- Flexibler Restore: Einzeldateien aus einem Image mounten, vollständige Systeme via Bare‑Metal‑Recovery zurückspielen, oder gezielte Partitionen selektiv wiederherstellen.
- Planbare RPO/RTO: Definieren Sie akzeptable Wiederherstellungspunkte (RPO) und Wiederherstellungszeiten (RTO) – Volldatensicherungen sind die stabile Basis dafür.
- Verifikation: Regelmäßige Wiederherstellungstests (Test‑Restore), Protokolle und Prüfsummen sichern die Qualität ab.
- Aufbewahrung: Versionierung und Retention (z. B. mehrere Generationen) ermöglichen die Rückkehr zu älteren, sauberen Ständen – wichtig bei Malware‑Befall.
Wenn Sie eine Datenwiederherstellung Ihrer Datensicherung/ Ihres Backups benötigen, kontaktieren Sie uns gerne an 365 Tagen im Jahr.
Häufige Fragen und Antworten
Was ist eine Volldatensicherung oder Komplettsicherung?
Bei einer Volldatensicherung oder Komplettsicherung werden zur Sicherung nicht nur modifizierte oder gelöschte Daten gespeichert, sondern der gesamte Satz an zu sichernden Daten. Dabei gibt es zwei Arten der Volldatensicherung, nämlich die Dateiensicherung und die Speicherabbildsicherung.
Zusätzlich wichtig:
- Synonyme: Full Backup, vollständige Sicherung, Komplettsicherung.
- Ziel: Lückenlose Grundlage für Restore-Szenarien – von Einzeldateien bis hin zur vollständigen System-Rücksetzung.
- Einsatz: Geeignet für Endgeräte und Server, lokal, auf NAS/Tape sowie in hybriden Umgebungen.
Aktuelle Systeme (z. B. Windows 10/11, macOS Sonoma, moderne Linux-Distributionen) und ältere Plattformen (z. B. Windows 7) lassen sich gleichermaßen per Volldatensicherung abbilden.
Was ist eine Dateiensicherung und wie funktioniert sie?
Bei einer Dateiensicherung werden Datei für Datei auf einen externen Datenträger kopiert. Dadurch entsteht eine Sicherungskopie, die verlorene Dateien leicht wiederfindbar und wiederherstellbar macht. Allerdings hat die Dateiensicherung auch einige Nachteile, wie den hohen Zeitaufwand und den Bedarf an viel externem Speicherplatz.
- Vorgehen: Auswahl von Ordnern/Dateien, ggf. Nutzung von Schattenkopien (VSS/APFS/LVM) für Konsistenz.
- Vorteile: Feingranulare Wiederherstellung einzelner Dateien/Versionen, einfache Nachvollziehbarkeit.
- Grenzen: Kein Boot-/Systemabbild, langsamer bei vielen kleinen Dateien, komplexe Metadaten nur eingeschränkt.
Praxis-Tipp: Definieren Sie Excludes (Temp/Cache), aktivieren Sie Komprimierung und Verschlüsselung und prüfen Sie Protokolle sowie Test-Restores regelmäßig.
Was ist eine Speicherabbildsicherung und wie funktioniert sie?
Die Speicherabbildsicherung ist ein Datensicherungsverfahren, bei dem der komplette Datenträger oder eine Partition durch ein 1:1-Abbild gesichert wird. Dadurch können das Betriebssystem und alle Einstellungen gesichert werden. Die Speicherabbildsicherung ermöglicht auch eine schnellere Wiederherstellung von Daten im Vergleich zur Dateiensicherung.
- Technik: Blockbasiertes Imaging (nur belegte Blöcke), Snapshots für Konsistenz, Unterstützung für MBR/BIOS und UEFI/GPT.
- Restore-Optionen: Bare‑Metal‑Recovery, selektiver Partitions‑Restore, Image‑Mount für Einzeldatei‑Wiederherstellung.
- Leistung: Hohe Transferraten durch sequentielle I/O, Multithreading, Komprimierung/Deduplizierung.
Hinweis: Bei aktivierter Laufwerksverschlüsselung sollte das System während der Abbild-Erstellung entsperrt sein, um spätere Zugriffe auf einzelne Dateien aus dem Image zu ermöglichen.
Was sind die Vorteile einer Volldatensicherung?
Eine Volldatensicherung bietet den Vorteil, dass im Falle der Datenwiederherstellung alle Daten zum Zeitpunkt der letzten Sicherung vollständig vorhanden sind. Dies ist besonders nützlich, wenn die letzte Sicherung nicht lange zurückliegt.
- Verlässlichkeit: Vollständige Stände minimieren Datenlücken und beschleunigen den Wiederanlauf.
- Flexibilität: Kombinierbar mit inkrementellen/differenziellen Sicherungen für kürzere Backup-Fenster.
- Sicherheit: Versionierung, Offsite/Offline-Kopien und Verschlüsselung schützen vor Verlust und Angriffen.
- Qualität: Durch Prüfsummen, Protokolle und regelmäßige Restore‑Tests nachweisbar belastbar.
Ergebnis: Planbare RPO/RTO, schnelle Restores und eine robuste Grundlage für Notfallszenarien.






